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6. September 2012

Alltagspraktische Aktivierung von Menschen mit einer Demenzerkrankung durch Angehörige ist machbar und erfolgreich

Die Katholische Hochschule Mainz untersuchte in dem methodisch hochwertigen Forschungsprojekt ANAA+KO die Auswirkungen einer kombinierten alltagspraktischen und kognitiven Aktivierung von Menschen mit einer leichten bis mittleren Demenz, die zu Hause leben.

Nach 6 monatiger Aktivierungszeit ist der Grad der Pflegeabhängigkeit signifikant geringer oder stabiler im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die kein spezielles Aktivierungsangebot erhielt. Auch die instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens wie die Erledigung von kleinen Besorgungen oder das Interesse an Hobbys sind in der Aktivierungsgruppe in einem signifikant höheren Ausmaß vorhanden oder sind stabiler erhalten geblieben als in der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass es gelingen kann, durch konsequente Aktivierung den symptomatischen Verlauf der Demenzerkrankung zu verzögern.

Die vorliegenden Studien untersuchen in der Regel Auswirkungen von Aktivierungsprogrammen in der stationären Altenpflege oder Tagespflege. Das Projekt der Katholischen Hochschule Mainz konnte demgegenüber zeigen, dass alltagspraktische Aktivierung auch im häuslichen Umfeld möglich und erfolgreich ist. Dies hat den Vorteil, dass ein sehr individuelles und situationsangepasstes Aktivierungsangebot durchgeführt und eine hohe Kontinuität in der Aktivierung erreicht werden kann.

Alltagspraktische Aktivierung meint die Integration der Aktivierung in alltägliche Abläufe. Diese Aktivierung wurde von den Angehörigen durchgeführt. Das können z.B. Aktivitäten in Haus und Garten, Besuche oder ein Spaziergang mit einem Hund sein. Diese Integration in den Alltag ist wichtig, da so die Aktivierung Teil alltäglicher Routinen wird. Damit die Angehörigen diese Aufgabe übernehmen können ohne zusätzlich belastet zu werden, wurden sie über den Projektzeitraum von geschulten (Pflege-)fachpersonen regelmäßig in der Häuslichkeit besucht und beraten. Dieses Vorgehen hat sich als sinnvoll und notwendig herausgestellt.

Die Ergebnisse sind hochrelevant, da ein großer Teil der an Demenz Erkrankten zu Hause lebt und von Familienangehörigen versorgt wird, oftmals ohne zusätzliche professionelle Unterstützung. Die politische Zielsetzung ‚ambulant vor stationär‘ kann jedoch nur erreicht werden, wenn Angehörige ausreichend Unterstützung erfahren. Hier ist die Politik gefragt, Bedingungen zu schaffen, die zugehende Beratung von Angehörigen auch außerhalb von Projektbedingungen ermöglichen.

Das Forschungsprojekt ANAA+KO wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Kontakt:
Renate Stemmer, stemmer@kh-mz.de, Tel.: 06131-2894453






Juli 2012

Alzheimer Europe Conference 2012 in Vienna

The 22nd Alzheimer Europe Conference will take place in Vienna from 4 to 6 October under the motto "Changing perceptions, practice and policy". This years’ conference received the support of the European Commission under its Public Health Programme and will highlight a number of promising European initiatives, projects and research networks such as the Joint Programming Initiative on Neurodegeneration, the ALCOVE joint action of national health ministries or the PharmaCog or DECIDE projects.

The conference will be unique in bringing together a range of participants,
• including people with dementia and their carers
• policy makers and civil servants
• care and health professionals
• academics and researchers
• staff and volunteers of Alzheimer associations.

International Speakers share different approaches and developments from their countries and provide a platform for truly innovative solutions in the support, care, and treatment of people with dementia and their carers.

Believing in the importance of changing perceptions and hopeing to provide a more nuanced image of dementia, the Alzheimer’s Europe Organisation give a voice to people living with Alzheimer's disease or other forms of dementia. The Organisation showcase projects and activities which enhance the quality of people with dementia and their carers.
Therefore the abstract of the research project ANAA+KO has been accepted by the Programme Committee. An oral presentation will be held within the Session “Involving people with dementia”.

Further Information:
www.alzheimer-europe.org/index.php/EN/Conferences/Vienna-2012







Juni 2012

Das zentrale Ereignis der Altersmedizin in diesem Jahr

Der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) zusammen mit den schweizerischen und österreichischen Fachgesellschaften findet vom 12. bis 15. September 2012 in Bonn statt.
Titel des Kongresses: „Alternsforschung: Transnational und translational“.
Veranstaltet wird der DGG Kongress gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V. (DGGG), der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie (SGG SSG) sowie der Schweizerischen Fachgesellschaft für Geriatrie (SFGG). Zudem beteiligen sich viele andere Fachgruppen und Gesellschaften wie zum Beispiel die Paul-Ehrlich-Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie und die Deutsche Gesellschaft für Alternsforschung. Die Forschung ist interdisziplinär und reicht von der Grundlagenforschung hin zur praktischen klinischen Anwendung. Auf dem Kongress wird eine Brücke zwischen klinisch-praktischer Arbeit und Forschung in der Altersmedizin geschlagen. Aus rund 500 eingereichten Abstracts für den Jahreskongress der DGG wurde von einem wissenschaftlichen Komitee eine Auswahl getroffen. Das Projekt ANAA+KO wurde als sehr geeignet befunden. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden im Rahmen des Symposiums: Verhaltensstörungen bei Demenz II vorgestellt. Die vielen eingesandten Beiträge zeigen, dass der Titel des Kongresses Programm sei: Alternsforschung: Transnational und translational.

Weitere Informationen:
www.geriatriekongress2012.de








Mai 2012











Februar 2012

Erfolgreicher Projektverlauf!


Das Forschungsprojekt ANAA+KO der Katholischen Hochschule Mainz geht einen weiteren wichtigen Meilenstein und beendet zum 15.02.2012 die Rekrutierungsphase. Durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und die starke Unterstützung aller Kooperations- und Praxispartner des Projektes, konnte in einem Zeitraum von zwei Jahren zu insgesamt 176 interessierten Familien Kontakt aufgenommen werden. Insgesamt wurden 72 TeilnehmerInnen in die Studie mit eingeschlossen. Im Hinblick auf die Brisanz des Themas Demenz und die damit verbundenen Herausforderungen, geeignete Familien zu erreichen, werten wir diese Teilnehmerzahl als großen Erfolg! Im Juni 2012 beenden die zuletzt begonnenen StudienteilnehmerInnen die Interventionsphase. Die Auswertung der Ergebnisse zur Wirksamkeit eines alltagspraktischen und kognitiven Trainings von Menschen mit einer Demenz im häuslichen Umfeld steht somit unmittelbar bevor. Schon jetzt erreichen uns zahlreiche positive Rückmeldungen von teilnehmenden Familien. So meldeten uns pflegende Angehörige sowie Projektmitarbeiterinnen folgende Worte zurück.

„Ich bin so dankbar, daß mein Vater in die Aktivierungsgruppe gekommen ist. Er hat enorm davon profitiert! Und ist viel präsenter als vorher. Es würde mich freuen, wenn auch andere Demenzerkrankte und ihre Angehörigen von Ihrer Abreit profitieren können wie wir.“

„Herr R. hat sich auch heute über meine Anwesenheit gefreut und die kognitive Arbeit geht gut voran. (…) Ihr Projekt hat auch meinen Alltag bereichert.“

Zum Abschluss der Rekrutierungsphase dankt das Projektteam von ANAA+KO den engagierten Kooperations- und Praxispartner für die tatkräftige Unterstützung und allen Projektmitarbeiterinnen für die außerordentlich gute Zusammenarbeit.