Beginn der Bewerbungsfrist für den Internationalen Bachelor-Studiengang Sozialwissenschaften: Migration und Integration

Ab dem 01. Februar 2016 beginnt die Bewerbungsfrist für den Internationalen Bachelor-Studiengang Sozialwissenschaften: Migration und Integration. Mehr über den neuen Studiengang an der KH Mainz erfahren Sie im Interview mit Prof. Dr. Ulrich Papenkort.

 

Herr Prof. Papenkort, zum Wintersemester 16/17 startet an der KH Mainz der neue Studiengang BAMI, den Sie hauptverantwortlich organisieren. Können Sie uns einen Überblick geben, was die Studierenden dieses neuen Studiengangs erwartet?

BAMI, wie wir den Studiengang verwaltungstechnisch und fast schon liebevoll nennen, steht für Bachelor (BA) Migration und Integration (MI). Wir hätten noch IN für international und SW für Sozialwissenschaften ergänzen können. Für eine Abkürzung wäre das aber zu lang gewesen. Wer sich in unseren Studiengang einschreibt, studiert ein Thema, das unserer Gesellschaft auf den Nägeln brennt und für das sie politisch um die richtigen Antworten ringt: Migration und Integration. Studiert wird dieses Thema vor dem Hintergrund der Fächergruppe der Sozialwissenschaften und gleich in zwei Sprachen, nämlich Deutsch und Englisch - insgesamt acht Semester lang, davon zwei Semester im Ausland. Studierende erlernen zusätzlich eine zweite Fremdsprache.

Die Themen Migration und Integration sind aufgrund der Flüchtlingskrise derzeit hoch aktuell. Hierauf reagiert die Bildungslandschaft mit entsprechenden Studien- und Weiterbildungsangeboten. Inwiefern unterscheidet sich der Studiengang der KH Mainz von anderen Studienangeboten zu den Themen Migration und Integration?

Wir können durchaus für uns beanspruchen, einen bundesweit innovativen Studiengang aufgelegt zu haben. Im Unterschied zu den wenigen anderen Bachelor-Studiengängen in dem Themenfeld beschränken wir uns nicht nur auf die Fluchtmigration als Anlass und die Soziale Arbeit als Akteur. Wir thematisieren alle Formen von Migration und interessieren uns auch für die Antworten der Politik und Verwaltung, der Wirtschaft und Kultur. Und anders als die vereinzelten Master-Studiengänge vor allem an Universitäten wollen wir für die Praxis und Politik, nicht nur für die Wissenschaft ausbilden.

Ab dem 1. Februar 2016 können sich Studieninteressierte für die 30 Studienplätze des neuen Studiengangs bewerben. Welche Voraussetzungen müssen die Bewerber/-innen mitbringen?

Erst einmal ganz wichtig: Neugier auf Menschen, besonders fremde Menschen, und ein Gespür für gesellschaftliche Verantwortung. Neben den üblichen Hochschulzugangsvoraussetzungen, die für alle Studiengänge gelten, müssen die Studierenden dann gut Englisch sprechen und lesen können. Auslandserfahrungen sind nützlich, aber nicht notwendig.

Der Studiengang ist international ausgerichtet und beinhaltet ein verpflichtendes Auslandsjahr sowie den Erwerb einer weiteren Fremdsprache. Welche Möglichkeiten bietet die KH Mainz den künftigen Studierenden mit Blick auf diese Studienanteile konkret?

Wir kooperieren international mit verschiedenen Partnerhochschulen und wollen in zwei Jahren, d.h. mit dem Start des ersten Auslandsjahrs, soweit sein, dass wir über ein weltweites Netz verfügen und alle maßgeblichen Großregionen vertreten sind. In vielen Partnerhochschulen werden unsere Studierenden in englischer Sprache studieren. Da es aber auch andere europäische Sprachen sein können, vor allem spanisch und französisch, werden wir entsprechende Sprachkurse anbieten. Für außereuropäische Sprachen, insbesondere Arabisch, Chinesisch oder Russisch, werden wir mit der Volkshochschule vor Ort kooperieren.

Die Modulübersicht zum Studiengang beinhaltet ein Modul „Interkulturelle Kompetenz“. Was genau bedeutet das für Sie?

Wo Zuwanderer auf Einheimische und Einheimische auf Zuwanderer treffen, treffen auch unterschiedliche, einander fremde Gewohnheiten und Vorstellungen aufeinander, natürlich stets vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Menschlichkeit. Das entsprechende Miteinander, manchmal auch Gegeneinander, birgt viele Missverständnisse, die oft harmlos bleiben und für Humor Anlass geben, sich aber auch zu Konflikten aufschaukeln können. Um diese oft kulturell bedingten Differenzen austarieren zu können, bedarf es einer interkulturellen Kompetenz.

Der Studiengang qualifiziert für migrations- und integrationsspezifische Aufgaben in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Können Sie uns abschließend ein paar Beispiele für die künftigen Berufsfelder der Absolventen/-innen nennen?

Migration ist kein Beruf. Es ist aber ein Thema, das sich durch viele gesellschaftliche Felder hindurchzieht. Die Politik, nicht nur der Regierungen und Parteien, braucht Migrationssachverstand, national und international. Das gilt ebenfalls für Wirtschaft und Verwaltung, für Kultur und Medien, für das Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen. In all diesen Feldern werden Fachkräfte der Migration und Integration benötigt, die als Referenten, Beauftragte und sonstige Mitarbeiter das Thema vor Ort überdenken und bis zur Handlungsreife vordenken. Dafür qualifizieren wir.

Weitere Informationen zum neuen Studiengang sind unter www.kh-mz.de/bami oder im Dekanat des Fachbereichs Soziale Arbeit (06131-28944-380/dekanat.sa[at]kh-mz(dot)de) erhältlich.

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Ulrich Papenkort ist Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit und Organisator der neuen Studienangebote an der KH Mainz.