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„Wir verändern uns insgesamt! Der demografische Wandel“

Thementag Demografie an der Katholischen Hochschule Mainz

Studierende im Gespräch mit der ehemaligen Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Ursula Lehr am Thementag Demografie der Katholischen Hochschule Mainz. (Bild: KH Mainz)

Unter dem Motto „Wir verändern uns insgesamt! Der demografische Wandel“ hat an der Katholischen Hochschule Mainz am 08.11.2017 zum zweiten Mal der Thementag Demografie stattgefunden. Mit dem Thementag beteiligte sich die Katholische Hochschule Mainz an der dritten Demografiewoche des Landes Rheinland-Pfalz.

„Das Stichwort demografischer Wandel greift eine Thematik auf, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt und eine Gestaltung durch alle gesellschaftlichen Akteure erfordert. Als Katholische Hochschule Mainz wissen wir uns in die Pflicht genommen, unseren Teil zur Gestaltung des demografischen Wandels beizutragen“, betonte Rektor Prof. Dr. Martin Klose in seiner Begrüßung. Die Hochschule sei durch die Qualifizierung von Fachkräften für das Sozial- und Gesundheitswesens sowie für die pastorale Arbeit und durch die Kooperation mit Praxispartnern auf vielfältige Weise für die Thematik des demografischen Wandels sensibilisiert, ergänzte Klose.

Der Thementag begann mit einem Vortrag der früheren Bundesfamilienministerin Prof. Dr. DDr. h.c. Ursula Lehr zu den Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels. In den anschließenden Seminaren und Vorlesungen der Fachbereiche Soziale Arbeit, Praktische Theologie und Gesundheit und Pflege wurden die Themen der Lehrveranstaltungen unter Bezug auf den demografischen Wandel bearbeitet und diskutiert. An den Lehrveranstaltungen des Vormittags konnten Besucher nach persönlichem Interesse teilnehmen.

Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Ursula Lehr hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit in einer Interviewrunde mehr über das Leben und Werk der Wissenschaftlerin und früheren Ministerin zu erfahren. Studierende der Sozialen Arbeit hatten im Seminar Entwicklungspsychologie Fragen an Prof. Dr. Ursula Lehr erarbeitet. Lehr ist die erste Inhaberin eines Lehrstuhls für Gerontologie in Deutschland. Mit entwicklungs-psychologischen Fragestellungen befasste sie sich schon Ende der fünfziger Jahre. „Berufseinmündung und Familiengründung mit etwa Mitte zwanzig – für die Entwicklungspsychologie war damit zu dieser Zeit sozusagen ein Ende der Entwicklung erreicht. Aber Entwicklung ist Veränderung und Menschen verändern sich vom ersten bis zum letzten Atemzug“, berichtete Lehr aus den Anfängen ihrer wissenschaftlichen Karriere. In ihrer ersten Arbeit 1958 befasste sie sich mit der Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer und kam über ihre empirischen Arbeiten - der Suche nach praktischen Belegen und die Durchführung von Studien – schließlich zur Gerontologie, der Alters- oder Alternswissenschaft.

Mit einigen Anekdoten aus der Welt der Politik gab Prof. Dr. Ursula Lehr den Zuhörenden einen Einblick in ihre Laufbahn und Arbeit als Bundesfamilienministerin. Und welches Ziel würde sie heute anpacken, wenn sie nochmals die Möglichkeit bekäme als Ministerin tätig zu sein? Auf diese Frage einer Studierenden sagte Lehr: „Nach meinem Empfinden ist die Seniorenpolitik etwas in die zweite Reihe geraten. Zum Beispiel gibt es einen Bundesaltenplan, den kaum jemand kennt und den ich überarbeiten würde. Wichtig ist mir, dass ältere Menschen in unserer Gesellschaft nicht nur als Hilfeempfänger gesehen werden, sondern auch als Hilfegeber und aktive Gestalter.“

Die Interviewrunde mit Prof. Dr. Ursula Lehr am Thementag bildete den Auftakt für eine neue Veranstaltungsreihe an der KH Mainz. „Studenten fragen – Experten antworten - unter diesem Motto und dicht an den Themen des Studiums möchten wir Studierenden und Fachleuten, die wir an der Hochschule zu Veranstaltungen begrüßen dürfen, einen Gesprächsrahmen bieten, der insbesondere Raum für Fragen aus studentischer Perspektive bietet“, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Papenkort, Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit und Organisator des Thementags. Papenkort dankte Prof. Dr. Ursula Lehr, deren offene und spannende Antworten auf die Fragen der Studierenden für einen gelungenen Start der neuen Reihe sorgten.