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Zu Gast in Bolivien - auf Tagung in Peru

KH Mainz erweitert Netzwerk in Lateinamerika. Erstmalige Teilnahme an Tagung der Sektion Social Sciences der International Federation of Catholic Universities (IFCU).

Beim Besuch der Universidad Católica Boliviana „San Pablo“ (UCB) in La Paz, traf Prof. Dr. Ulrich Papenkort (rechts) auch den Erzbischof von La Paz, Edmundo Luis Flavio Abastoflor Montero. Die UCB ist eine 1966 gegründete private Universität in Trägerschaft der bolivianischen Bischofskonferenz. (© Papenkort)

Auf dem Campus der Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) in Lima. (© Papenkort)

Mitte Oktober hat Professor Dr. Ulrich Papenkort, Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften, auf Einladung die Universidad Católica Boliviana „San Pablo“ (UCB) besucht. Im Anschluss nahm er an der dreitägigen Tagung „El papel de la Universidad en el Cuidado de la Casa Común“ der Sektion Social Sciences der International Federation of Catholic Universities (IFCU) in Lima (Peru) teil.

Nach einem langen Flug über Sao Paulo und Lima landete Prof. Dr. Ulrich Papenkort zu Beginn seiner Südamerikareise auf 4.100 Meter Höhe in La Paz, dem Regierungssitz Boliviens mit knapp einer Millionen Einwohner. „Als ich aus dem Flieger stieg, wurde mir schwindlig. Ich konnte mich in den kommenden Tagen an die dünne Luft gewöhnen, war bei Anstrengungen aber schnell außer Atem“, erzählt er und fügt hinzu: „Eine Stadt, die einen Höhenunterschied von fast 1.000 Metern aufweist, sich nämlich von 3.200 bis 4.100 Metern erstreckt, habe ich noch nie besucht. Die gibt es wohl auch nirgendwo sonst.“

Die Universidad Católica Boliviana „San Pablo“ (UCB)  ist eine 1966 gegründete private Universität in Trägerschaft der bolivianischen Bischofskonferenz mit ungefähr 14.000 Studierenden an vier Standorten im Lande. Zwei der Standorte, La Paz und Cochabamba, besuchte Prof. Dr. Ulrich Papenkort während seiner Reise, um sich vor Ort mit dem Nationalen Rektor der Universität und den Dekanen verschiedener Fakultäten auszutauschen. In den Gesprächen wurde vereinbart, zwischen der KH Mainz und der UCB eine Partnerschaft einzugehen. Zum Abschluss des Aufenthalts in Bolivien, dem ärmsten Land Südamerikas, traf sich Prof. Dr. Ulrich Papenkort mit Edmundo Luis Flavio Abastoflor Montero, dem Erzbischof von La Paz, der in Deutschland studiert hat und die Sprache ausgezeichnet beherrscht. „In dem Gespräch wurde deutlich, welch lange und enge Beziehungen es zwischen den bolivianischen (Erz-) Bistümern und den Bistümern Hildesheim und Trier in Deutschland gibt und dass das ein Verdienst des deutschen Redemptoristen Josef Clemens Maurer ist, der 1951 zum Erzbischof von Sucre, der Hauptstadt Boliviens, ernannt worden ist“, bemerkt Papenkort.

Die zweite Etappe der Südamerika-Reise galt der Tagung der International Federation of Catholic Universities (IFCU)-Sektion Social Sciences, die anlässlich der Enzyklika „Laudato si“ („Über die Sorge für das gemeinsame Haus“) von Papst Franziskus dem Umwelt- und Klimaschutz galt. Sie fand an der Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) statt. Die PUCP wurde 1917 als erste private Universität in Peru gegründet und zählt rund 25.000 Studierende. Sie liegt in der Zehn-Millionen-Metropole Lima, der Hauptstadt Perus an der Pazifikküste.

„Warum beschäftigen sich Sozialwissenschaftler drei Tage mit Fragen der Umwelt? Weil schon lange klar ist, dass es zwischen der Verarmung von Menschen und der Verschmutzung der Natur einen engen Zusammenhang gibt – worauf auch Franziskus hinweist“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Papenkort. Die Sektion tagte 2018 zum fünften Mal. Die Katholische Hochschule Mainz ist seit diesem Jahr Mitglied. Anlässlich der Tagung konnte Prof. Dr. Ulrich Papenkort, der einzige deutsche Teilnehmer, eine Partnerschaft mit der PUCP - insbesondere deren Faculdad des Ciencias Sociales - anbahnen. Dort lehrte ehemals Gustavo Gutiérrez, der mit seinem Buch „Teología de la liberación“ 1971 der lateinamerikanischen Befreiungstheologie ihren Namen gegeben hat.

„Mit Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexiko und demnächst Bolivien und Peru hat die  KH Mainz in den vergangenen Monaten eine Reihe interessanter Partnerschaften und  Kooperation in Lateinamerika schließen können“, freut sich Papenkort. Um das weltweite Netzwerk der KH Mainz weiter auszubauen, steht für Papenkort künftig auch der Aufbau von Partnerschaften in Afrika und Asien verstärkt im Blick.