Beziehungen in die Welt als wichtiger Teil des Lebens und Lernens

Der Diözesanadministrator des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann, hat heute die KH Mainz zum traditionellen Semestergottesdienst besucht. Unter dem Motto "Unsere Welt ist bunt" präsentierten Studierende Projekte und Aktivitäten der Fachbereiche, zu den Themen Interkulturalität, Migration und Intgration.

Bilder: KH Mainz

Der Diözesanadministrator des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann, hat heute die KH Mainz zum Semestergottesdienst und einem anschließenden Austausch in der Hochschule besucht. „Die Mitglieder der Hochschule kennen und schätzen Sie als langjährigen und wohlwollenden Förderer der KH Mainz, weshalb Ihr heutiger Besuch für uns auch ein besonderes Zeichen der Wertschätzung ist“, betonte Rektor Martin Klose in seiner Begrüßung.

Nach dem gemeinsamen Gottesdienst in St. Albertus (KHG) waren Studierende und Mitarbeitende zu einer Projektvorstellung und einem gemeinsamen Austausch in der Hochschule eingeladen. Unter dem Motto „Unsere Welt ist bunt“ präsentierten Studierende Projekte der Fachbereiche, die die verschiedenen Facetten der Auseinandersetzung mit den Leitthemen Interkulturalität, Migration und Integration an der KH Mainz widerspiegeln. „Interkulturelle Kompetenz und Kultursensibilität sind erwartete Grundfähigkeiten im Sozial- und Gesundheitswesen sowie in der pastoralen Arbeit. Wie es gelingen kann, diese anwendungsbezogen zu vermitteln, zeigt der Einblick in drei Projekte bzw. Aktivitäten der Fachbereiche“, erklärte die Geistliche Mentorin, Annette Klose, die den Austausch moderierte.

Natascha Kienel, Annika Schroeder und Eva-Maria Hudalla berichteten über das Projekt „Welcome-Erzählcafé“, zu dem Hebammenstudierende des Fachbereichs Gesundheit und Pflege Frauen mit und ohne Fluchterfahrung eingeladen hatten. Das Projekt entstand im Rahmen eines Seminars zu “Kulturellen Herausforderungen im Hebammenwesen“ und ist Teil einer bundesweiten Erzählcafé-Aktion zum Thema Geburtshilfe und Geburtskultur. Mit Hilfe von Dolmetschern konnten sich deutsche und geflüchtete Frauen an den Cafétischen in einem geschützten Rahmen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse austauschen. „Die Gespräche wurden zum Selbstläufer. Es entstand eine Zusammengehörigkeit über das Mutter sein, die über alle kulturellen Unterschiede hinausgeht“, berichten die Studierenden. Besonders eindrücklich seien dabei die Einzelschicksale der geflüchteten Frauen gewesen, an deren Geschichten sie sich heute noch oft erinnerten.

Marie Bogdan, Tobias Gotre, Julia Brumme und Marie Apel stellten die langjährige Partnerschaft des Fachbereichs Soziale Arbeit zu den Universitäten in Tula und St. Petersburg, Russland vor. Im Rahmen einer Studienreise konnten die Studierenden die Hochschulen und einige Einrichtungen des Sozialwesens vor Ort kennenlernen. Andere Systeme, ein anderes Denken und persönliche Begegnungen, die zum Abbau von Unsicherheiten und Vorurteilen führen, den Horizont erweitern und das Vertraute manchmal in Frage stellen. So fassen die Studierenden ihre Erlebnisse zusammen.

Ähnlich erging es Alena Becker und Andreas Mühl, die für den Fachbereich Praktische Theologie von ihrer Studienreise nach Israel/Palästina berichteten. Die Studierenden waren während ihrer Reise nicht nur „der Bibel auf der Spur“, sondern begegneten unter anderem auch Studierenden der Bethlehem University. Für Alena Becker war das Treffen mit Daoud Nasser besonders eindrücklich. Als Winzer kämpft er seit Jahren um sein Land und engagiert sich mit der von ihm gegründeten Organisation „Tent of Nations“ für den Dialog zwischen den Kulturen. „Wir lassen uns nicht zwingen zu hassen, hat Daoud gesagt. Das ist bei mir nachhaltig hängengeblieben“, berichtet Alina.

Im anschließenden gemeinsamen Austausch betonte Diözesanadministrator Giebelmann: „ Diese Projekte und Aktivitäten zeigen die Beziehungen der Katholischen Hochschule Mainz in die Welt. Neben fachlich-wissenschaftlichen Inhalten ist dies ein wichtiger und wertvoller Teil des Lebens und Lernens an dieser Hochschule. Denn indem wir dem anderen begegnen, erkennen wir seine Würde. Wir beginnen anders zu denken, wenn wir mit Menschen in anderen Lebens- oder gar Notsituationen sprechen und in direkten Kontakt kommen“. Insofern seien die vorgestellten Projekte und Aktivitäten auch ein Stück Friedensarbeit und Zeichen gegen die Gewalt in der Welt, sagte Giebelmann. Ein wichtiger Weg, den es weiter zu gehen gelte – an der Hochschule, wie auch in den pastoralen und diakonischen Arbeitsfeldern.