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„Vielfalt bereichert alle“

Bischof Dr. Georg Bätzing, Bistum Limburg, besucht KH Mainz. Austausch zum Thema „Die Katholische Hochschule Mainz als inklusionsorientierte Hochschule – eine Standortbestimmung“

© KH Mainz

„Heute kommen Sie zum ersten Mal als Bischof von Limburg an unsere Hochschule, was uns allen eine große Freude ist. Denn dieser Besuch ist nicht nur ein Zeichen dafür, dass die KH Mainz eine wichtige Aufgabe für die Trägerdiözesen übernimmt, er ist auch ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Mitgliedern der Hochschule“, betonte Rektor Prof. Dr. Martin Klose in seiner Begrüßung.

Dieser Besuch sei für ihn nicht Pflicht, sondern Kür, da ihn bereits seit seiner Zeit als Generalvikar von Trier viele Erinnerungen und Eindrücke mit der KH Mainz verbinden, sagte Bischof Bätzing zu Beginn des gemeinsamen Semestergottesdienstes in St. Albertus (KHG). „Die Hochschule ist eine wichtige Ausbildungsstätte und ich danke für alle Dienste im Alltagsgeschäft und für alle Überlegungen zur Zukunftsentwicklung der Hochschule, die es den Studierenden ermöglichen Berufsfertigkeiten zu erlangen und ihre Persönlichkeit zu entwickeln.“

Im Anschluss an den Gottesdienst waren Studierende und Mitarbeitende zu einem Stehkaffee und einer moderierten Gesprächsrunde unter dem thematischen Fokus „Die Katholische Hochschule Mainz als inklusionsorientierte Hochschule – eine Standortbestimmung“ eingeladen. „Unser Anliegen ist es, Ausschnitte des Hochschullebens und  hochschulisch relevante Themen im Rahmen des Semesterbesuchs exemplarisch aufzugreifen und zu präsentieren. Inklusion ist eines dieser Themen, das für alle Bereiche und Einrichtungen der Hochschule von Bedeutung ist“, erklärte Klose.
Zum Einstieg in die Thematik erläuterte Prof. Dr. Ursula Rieke, Professur für Sozialmedizin, einige Eckpunkte zum Thema Inklusion. Katrin Wolf, psychologische Beratungsstelle der KH Mainz, berichtete über Eindrücke, Erfahrungen und Unterstützungsangebote aus dem Beratungsbereich. Der Behindertenbeauftragte der KH Mainz, Prof. Dr. Herbert Frohnhofen, stellte Aufgabenbereiche seiner Tätigkeit als Ansprechpartner für Studieninteressierte und Studierende vor.

Akina Klee, Masterstudentin der Sozialen Arbeit, erlebt den Studienalltag an der KH Mainz als Rollstuhlfahrerin und schilderte ihre ganz persönlichen Erfahrungen. Die Hochschule sei für sie ein Ort der Begegnung, an dem Mitgestaltung möglich sei. Hierzu zähle zum Beispiel die Installation von automatischen Türöffnern, die auf ihre Anregung erfolgt sei und eine ganz praktische Erleichterung des Studienalltags biete. „Ich möchte möglichst gerne alles selbst regeln, wie wohl die meisten anderen Menschen auch. Es geht um den aktiven Moment, Selbstgestaltung und Selbstverwirklichung. Ich glaube daher ist es auch sehr wichtig, Menschen mit Behinderung aktiv anzusprechen und nach Bedürfnissen zu fragen“, erzählt Akina Klee. Von einem Kommilitonen auf die mögliche Hemmschwelle und Unsicherheit von Helfern angesprochen, antwortet Akina Klee: „Man geht von seinen Lebenserfahrungen aus und denkt vielleicht dieser Mensch mit Behinderung muss es schwer haben. Daher einfach fragen, die Antworten abwarten und akzeptieren. Und wenn sich die Person dann im Rollstuhl den Berg hochquälen möchte, ist das so. Sonst denkt man nämlich als Betroffener, der andere nimmt mich nicht ernst.“

Es sei wichtig, die Kultur und das Bewusstsein mit Blick auf ein Thema wie Inklusion zu verändern, betonte Bischof Bätzing im gemeinsamen Gespräch. „Insofern bin ich dankbar für die Präsenz des Themas an dieser Hochschule. Ich bin überzeigt, dass Vielfalt durch Inklusion letztlich alle bereichert. Denken, Sichtweisen und Einstellung ändern sich, wenn man mit Menschen umgeht – zusammen arbeitet oder studiert.“

Zu dieser Aufmerksamtkeits- und Bewusstseinslenkung habe der Vormittag einen Beitrag geleistet, sagte Rektor Prof. Dr. Martin Klose abschließend. „Vieles ist auf einem guten Weg, manches wartet noch auf Verbesserung. Das Thema wird uns weiter begleiten, weshalb ich auch für die Anregungen des heutigen Tages dankbar bin.“ Ein weiterer Dank galt den Mitwirkenden und Organisatoren sowie der Moderatorin Annette Klose, Geistliches Mentorat.