Schriftgröße A A A

Forschungsprojekt OPEN erfolgreich abgeschlossen

Auf einer großen Abschlussveranstaltung in Frankfurt wurden die Ergebnisse des Vorhabens zur interkulturellen Öffnung in der Pflegeberatung präsentiert. Zahlreiche Vertreter aus der Praxis, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie aus der Wissenschaft diskutierten über die Ergebnisse sowie deren Umsetzung in der Praxis.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der OPEN-Abschlussveranstaltung

Die Vertreterin des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration bei der Eröffnung der Tagung, Dr. Ingrid Wilken

Prof. Dr. Peter Löcherbach, Leiter des Projektteams der KH Mainz, bei der Präsentation der Ergebnisse

Am 30.08.2017 fand die Abschlusstagung des von der Hochschule RheinMain Wiesbaden (Prof. Dr. Michael May) koordinierten Praxisforschungsverbundes „Interkulturelle Öffnung in der Pflegeberatung (OPEN)“ statt, an dem auch die Frankfurt University of Applied Sciences, die KH Mainz und das Hessische Institut für Pflegeforschung beteiligt waren sowie als Praxispartner die Beratungsstellen für selbständiges Leben im Alter aus Wiesbaden und jeweils vier modellhaft ausgewählte Pflegestützpunkte aus Rheinland Pfalz und Hessen sowie die Sozialministerien beider Bundeländer.

Dass der Praxisbezug des Forschungsvorhabens nicht erst an dessen Ende stand, sondern von Anfang an eine zentrale Rolle spielte, betonte Prof. Dr. Peter Löcherbach vom Projektteam der Katholischen Hochschule Mainz gleich zu Beginn der Veranstaltung. So seien die Praktiker in alle Meilensteine des Vorhabens eingebunden gewesen. Der Forschungsansatz wurde nicht als Einbahnstraße konzipiert, sondern im Dialog mit den späteren Nutzern. Gleichzeitig habe darin die große Herausforderung bestanden: die drei Projektteams der Katholischen Hochschule Mainz, der Hochschule RheinMain Wiesbaden sowie der Frankfurt University of Applied Sciences und darüber hinaus die Partner aus den Pflegestützpunkten ergebnisoffen, aber zielorientiert zusammenzuführen.

Zielsetzung von OPEN war es nicht nur, forschungsbasiert älteren Menschen mit Migrationshintergrund, die bisher von der Beratung zur Pflegeversicherung kaum erreicht werden, Zugänge zu dieser zu eröffnen. Vielmehr sollten gemeinsam mit ausgewählten Pflegestützpunkten verallgemeinerbare Beratungs- und Case Management-Ansätze entwickelt werden, die den differenzierten Lebenslagen und Lebensweisen dieser Zielgruppe gerecht werden und im Hinblick darauf informelle und institutionalisierte professionelle Sorgearrangements miteinander verknüpfen. Dadurch soll eine soziale Isolation bei Pflegebedürftigkeit vermieden werden und zugleich eine Stärkung und Unterstützung der Angehörigen und des ehrenamtlichen Engagements vor allem bei der Versorgung Alterserkrankter und zur Entlastung der pflegenden Angehörigen erreicht werden.

Ein Fokus des Forschungsvorhabens lag folglich auf der Analyse von Vernetzungsstrukturen der beteiligten Pflegestützpunkte, deren Ergebnisse während der Abschlussveranstaltung vorgestellt wurden. Darüber hinaus wurden die unterschiedlichen Modi der Pflegeberatung, die Bedürfnisse und Orientierungen von Zugewanderten, wie sie in Fragen von Gesundheit und Pflege informiert, beraten und versorgt werden wollen, sowie die Diskrepanzen zwischen diesen Nutzungsorientierungen und den Modi der Pflegeberatung vorgestellt. Die vorgestellten Ergebnisse wurden von Wissenschaftsvertreterinnen und -vertretern  kommentiert. Am Nachmittag nutzten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Abschlusstagung die Gelegenheit, die Ergebnisse im Einzelnen an Posterwänden mit den Kolleginnen und Kollegen des Forschungsverbundes zu diskutieren. Beschlossen wurde die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion, in der die praktischen Konsequenzen der Ergebnisse von OPEN aus der Perspektive der Berufsverbände, Kommunen und Versicherungen erörtert wurden.

Nähere Informationen zum Projekt OPEN finden Sie hier.