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Prof. Dr. Corsten vereinbart Forschungskooperation mit Australien

Prof. Dr. Sabine Corsten hat im August/September 2019 für vier Wochen das neu gegründete Centre of Research Excellence in Aphasia Recovery and Rehabilitation an der La Trobe University in Melbourne, das von Prof. Miranda Rose geleitet wird, besucht. Hierbei stand der inhaltliche Austausch mit den australischen Kolleginnen im Vordergrund, die in der Forschung zu neurologischen Sprachstörungen, Aphasien, insbesondere im Bereich teilhabe- und lebensqualitätsorientierter Ansätze eine Vorreiterrolle einnehmen.

Prof. Dr. Sabine Corsten mit Prof. Miranda Rose und ihrem Team im CRE Forschungslab in Melbourne

Prof. Dr. Sabine Corsten mit Cassie Wilcox und Dr. Marcella Carragher

Prof. Dr. Corsten hat innerhalb der Vortragsserie am CRE ihre Forschung zu biographisch-narrativer Arbeit bei Aphasie vorgestellt, die darauf abzielt, durch lebensgeschichtliche Erzählungen die Lebensqualität der Menschen mit Aphasie zu verbessern. Sie hat u.a. die Daten der Projekte ‚Multimodale Aktivierung narrativer Kompetenzen bei Aphasie: Innovative Konzepte der Biographiearbeit zur Steigerung der Lebensqualität älterer Menschen mit Aphasie – narraktiv‘ und ‚ Selbsthilfegruppenarbeit bei Aphasie zur Steigerung der Lebensqualität und Kompetenz – shalk‘ präsentiert. In den Projekten wurde der biographisch-narrative Ansatz in unterschiedlichen Settings systematisch evaluiert.

Ziel des Besuchs war der Ausbau der bereits 2017 begonnen Kooperation mit Prof. Rose und ihrem Team. So wurde das im September an der KH Mainz begonnene Projekt ‚Biographiearbeit in Senioreneinrichtungen mit Tablet-Unterstützung zur Verbesserung der Lebensqualität und Kommunikation – BaSeTaLK‘, für das bereits eine inhaltliche Kooperation besteht, besprochen. Das Projekt, das sich an Bewohner/-innen von Senioreneinrichtungen richtet, wird gemeinsam mit der Ostbayrischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH, Prof. Dr. Norina Lauer) durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Zukünftig soll insbesondere die technische Umsetzung des Projekts durch die australischen Kolleginnen, auch Dr. Annie Hill von der Universität Queensland in Brisbane ist hier involviert, unterstützt werden.

Ein weiterer Fokus lag auf der Vorbereitung einer ersten Evaluationsstudie in Australien zur englischen Fassung des narraktiv-Behandlungsprogramms, das im letzten Jahr während des Aufenthalts zweier Studierender des Bachelorstudiengangs Gesundheit und Pflege der KH Mainz ins Englische übertragen wurde. Dazu wurde zunächst die Untersuchung des Programms hinsichtlich der kulturellen Passung und ggf. nötiger Anpassungen an das australische Gesundheitssystem in Fokusgruppen mit Vertretern/-innen verschiedener Gesundheitsberufe vorbereitet. Weiterer Studierendenaustausch wurde ebenfalls geplant. Bereits Anfang 2020 wird eine Studierende des Masterstudiengangs Gesundheit und Pflege der KH zum Praktikum an die La Trobe University gehen und die Durchführung der Fokusgruppen unterstützen. Weitere Antragstellungen sind ebenfalls für 2020 geplant, wenn erste Daten der Fokusgruppen vorliegen. Ziel ist eine englischsprachige Adaption des an der KH entwickelten Programms narraktiv.