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Zu Besuch bei Onkel Ho. Fact Finding Mission Vietnam

Zur Kontaktaufnahme mit potentiellen Kooperationspartnern reiste Prof. Dr. Ulrich Papenkort im Dezember nach Vietnam.

© Papenkort

Vom 4. bis zum 12. Dezember 2019 war eine Fachdelegation deutscher Fachhochschulen im Rahmen einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) organisierten und finanzierten Fact Finding Mission in Vietnam unterwegs: von Hanoi im Norden über Hue und Danang im Zentrum bis Ho Chi Minh Stadt im Süden. Ziel der Reise war die Kontaktaufnahme mit potentiellen Kooperationspartnern in Vietnam.

Ho Chi Minh Stadt ist der 1976 - mit der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam - eingeführte Name des früheren Saigon. Heute leben dort gut 10 Millionen Einwohnern. Benannt nach Ho Chi Minh, dem legendären Premierminister (1945-1955) und Präsidenten (1945-1969) der Demokratischen Republik Vietnam, von dem vor Ort voller Respekt als „Onkel Ho“ gesprochen wird.

15 Vertreter deutscher Fachhochschulen (Vizepräsidenten, Dekane, Studiengangsleiter, Institutsleiter, andere Professoren und Leiter und Mitarbeiter von International Offices) und fünf Vertreter des DAAD (aus Bonn, Hanoi und Ho Chi Minh City) besuchten insgesamt 28 vietnamesische Universitäten. Für die Katholische Hochschule Mainz reiste Prof. Dr. Ulrich Papenkort, Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften, mit. Die KH Mainz war damit auch am 7. Dezember an der Messe deutscher Hochschulen in Hanoi vertreten, an denen neben den 15 mitgereisten Fachhochschulen noch etliche weitere Universitäten teilnahmen.

Vietnam, ein nach Ende des Vietnam-Krieges (1975) und mit der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam (1976) am Boden liegendes Land, habe mit den 1986 von der Kommunistischen Partei Vietnams eingeleiteten ökonomischen Reformen in den letzten dreißig Jahren eine erstaunliche wirtschaftliche Entwicklung vollzogen, die sich auch im Bildungswesen niederschlage, berichtet Papenkort beeindruckt. „Man kann die Entwicklung im Straßenverkehr der großen Städte sehen, in denen Tausende von Fahrrädern von Tausenden von Mopeds abgelöst wurden, die wiederum Tausenden von Autos weichen werden.“

In Deutschland leben bis zu 100.000 vietnamesische Staatsbürger. Hinzu kommen illegal eingereiste Vietnamesen und solche, die inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben. Ab Anfang der 1970er Jahre sind Vietnamesen von der DDR als Arbeitskräfte angeworben worden und ab dem Ende dieses Jahrzehnts hat die alte BRD Flüchtlinge aus Südvietman aufgenommen. Heute gibt es vereinzelt eine illegale Arbeitsmigration über Russland und Osteuropa, vornehmlich nach Berlin. Seitdem die Bundesregierung wieder eine Phase der Anwerbung von Fachkräften auch aus außereuropäischen Ländern einleitet, gerät Vietnam zusammen mit Indien in Asien und mit Brasilien und Mexiko in Lateinamerika als Adressat für Kooperationen im Hochschulbereich in den Blick.