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Das EU-Bildungsprogramm "Erasmus+ 2014-2020"


Erasmus+ ist das größte Bildungsprogramm der Europäischen Union und bietet unter anderem Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten an Hochschulen die Möglichkeit internationale Erfahrungen zu sammeln. Das Programm enthält drei Leitaktionen:

  • Leitaktion 1 – Lernmobilität von Einzelpersonen
  • Leitaktion 2 – Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren
  • Leitaktion 3 – Unterstützung politischer Reformen

Das auf sieben Jahre ausgelegte Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kinder- und Jugendhilfe voranbringen. Informationen zum Erasmus+ finden Sie auf der Webseite der Europäischen Kommission. Wie Erasmus+ an Hochschulen wirkt wird in diesem Video kurz erklärt.

 

Mit den Fördermitteln wird vor allem die Mobilität in Europa und seit 2015 auch mit anderen Teilen der Welt gestärkt. Einbezogen werden dabei Studierende in allen Studienzyklen bis einschließlich der Promotion, die ein Teilstudium oder Praktikum im Ausland absolvieren möchten. Erstmals können die Studierenden dabei im Bachelor, Master und Doktorat jeweils bis zu 12 Monate gefördert werden. Um den finanziellen Anreiz für einen Auslandsaufenthalt zu erhöhen, wird zudem der monatliche Mobilitätszuschuss für die Studierenden angehoben, insbesondere für Gastländer mit höheren Lebenshaltungskosten. Praktika im Ausland sind künftig auch nach Studienabschluss möglich. Schließlich bietet Erasmus+ Studierenden, die ein ganzes Master-Studium in Europa absolvieren möchten, die Möglichkeit, dafür ein zinsgünstiges Darlehen aufzunehmen.

Erasmus+ trägt zudem zur weiteren Internationalisierung der Hochschulen mit der Förderung von Kurzzeitdozenturen und Weiterbildungsaufenthalten für das Lehr- bzw. Verwaltungspersonal bei. Weiterhin können die Hochschulen Unternehmenspersonal aus dem Ausland zu Lehraufenthalten einladen und sich nun außerdem mit anderen europäischen Partnern (auch aus dem nicht-akademischen Bereich) an multilateralen Strategischen Partnerschaften beteiligen und gemeinsam innovative Projekte entwickeln (z. B. im Bereich der Curriculum-Entwicklung oder zu bildungsbereichsübergreifenden Themen). Für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bietet Erasmus+ Förderung in den neuen Wissensallianzen an. Hochschulen, die sich im Bereich des Kapazitätenaufbaus in Drittländern engagieren wollen, können dies in den internationalen Hochschulpartnerschaften des Programms tun.

Die Fördermittel für die meisten Mobilitätsmaßnahmen und die Strategischen Partnerschaften werden in den 34 Programmländern (27 EU-Länder, Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Türkei und das Vereinigte Königreich) von den Nationalen Agenturen vergeben. In Deutschland nimmt diese Aufgabe wie bisher der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wahr.

 

Im Rahmen der Programmlinie Mobilität mit Partnerländern ermöglicht das Erasmus+ Programm die akademische Zusammenarbeit weltweit. 

 

Unter dem Dach des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ werden u. a. folgende Mobilitätsmaßnahmen gefördert:

Jede Hochschuleinrichtung, die am EU-Programm 2014-2020 teilnehmen möchte, muss über eine gültige Erasmus Charta für die Hochschulbildung (ECHE) verfügen. Die ECHE wird von der Europäischen Kommission vergeben. Sie beweist, dass eine Hochschule alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am Erasmus+ Programm erfüllt.

Die KH Mainz verpflichtet sich, die Qualtitätsstandards und Pflichten des Programms zu berücksichtigen.

Download Erasmus Charta für die Hochschulbildung (ECHE)

Im Erasmus+ European Policy Statement (EPS) beschreibt die Katholische Hochschule Mainz ihre Internationalisierungsstrategie sowie die Strategie für die Organisation und Durchführung internationaler Kooperationsprojekte in der Lehre und Ausbildung mit Bezug auf Projekte, die durch das Erasmus+ Programm durchgeführt werden.  Darüber hinaus wird festgelegt, welche Auswirkungen auf die Modernisierung der Katholischen Hochschule Mainz bezüglich der politischen Ziele durch die Teilnahme am Erasmus+ Programm erwartet werden.

Download European Policy Statement (EPS)

Ausblick auf die neue Erasmus Programmgeneration 2021-2027

Das Erasmus+ Programm ist ein wichtiges Element zur Internationalisierung deutscher Hochschulen und darüber hinaus ein Symbol der europäischen Gemeinschaft und Werte. Die Laufzeit des aktuellen Programms endet 2020. Das Nachfolgeprogramm zu Erasmus+ soll ab 2021 für sieben Jahre in Kraft treten.

Die EU-Kommission wünscht, mehr junge Menschen über eine EU-Bildungsförderung zu stärken und schlägt vor, das Budget deutlich zu erhöhen. So soll das Nachfolgeprogramm einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der europäischen Identität und zu einer demokratischen Union leisten. Gleichzeitig wird das neue Programm dazu beitragen, der europäischen Jugend mehr gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit zu ermöglichen. Im Wesentlichen kommen folgende Punkte hinzu: Unterstützung der automatischen Anerkennung von Leistungen und das Programm soll digitaler, inklusiver sowie umweltfreundlicher werden. Der Programmentwurf muss noch mit dem Europäischen Parlament, dem Rat und den Mitgliedsstaaten verhandelt werden.

Die Digitalisierung bei Erasmus+ dient der Schaffung eines gemeinsamen, europäischen Bildungsraums. Den Zugangspunkt für Studierende bildet dabei die European Student Card Initiative. Ziel ist es, die Studierenden in die Lage zu versetzen, die gesamten administrativen Schritte ihrer Auslandsmobilität (von der Auswahl bis zur Anerkennung ihrer ECTS-Credits) zentral online zu verwalten und gleichzeitig einen leichteren Zugang zu einer breiten Palette von Dienstleistungen für Studierende - einschließlich Bibliotheken, Verpflegung und Unterkunft - zu ermöglichen, wenn sie sich auf einem Campus im Ausland befinden.

Die Initiative für einen europäischen Studierendenausweis soll jeden Studierenden in die Lage versetzen, sich bei einem Studienaufenthalt im Ausland einfach und sicher an Hochschuleinrichtungen in Europa elektronisch auszuweisen und einzuschreiben; damit entfällt eine Immatrikulation vor Ort, und Bürokratie wird abgebaut.

Einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Digitalisierungsmaßnahmen, wie European Student Card Initiative, Online Learning Agreement, Mobile Erasmus+ App, etc., finden Sie hier: https://eu.daad.de/programme-und-hochschulpolitik/erasmusplusdigital/de/75557-erasmusdigital/.

Das Programm zielt darauf ab, die Sensibilisierung für Umwelt- und Klimaveränderungen zu unterstützen.

Mit diesen Tipps können Sie die Umweltbelastungen beim Reisen in Grenzen halten:

  • Reiseziele in der Nähe bevorzugen
  • Bewusste Wahl des Transportmittels für An- und Abreise und vor Ort (Vermeidung von Flugreisen)
  • Umweltfreundliches Verhalten im Gastland (z.B. Mülltrennung, sparsamer Umgang mit Energie und Wasser, Verzicht auf Einwegartikel, Nutzung regionaler, ökologisch produzierter Lebensmittel)
  • Rücksichtnahme auf sensible Lebensräume, Tiere und Pflanzen (z.B. Achtung des Biotop- und Pflanzenschutz)

Die stärksten Umweltbelastungen resultieren aus An- und Abreise. Dabei spielt nicht nur die Entfernung, sondern auch die Wahl des Verkehrsmittels eine große Rolle. Umweltschädliche Emissionen können Sie auch einsparen, wenn Sie seltener ins Ausland fahren und dafür länger bleiben. Wenn sich Treibhausgas-Emissionen nicht vermeiden oder reduzieren lassen, können sie zumindest durch Klimaschutzprojekte kompensiert werden. Beispielprojekte finden sich im Umweltbundesamts-Ratgeber „Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“ (ab Seite 12). Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts können Sie die Emissionen zusätzlich selbst berechnen.

Ein Auslandsaufenthalt kann dazu beitragen einen anderen Blick auf die Auswirkungen des eigenen Lebensstils zu erhalten und Verhaltensänderungen für Konsumgewohnheiten zu ermöglichen.

Soziale Inklusion ist eine übergreifende Priorität in allen Bereichen des Programms. Fördern Sie - insbesondere durch innovative und integrierte Ansätze - die Eigenverantwortung für gemeinsame Werte, Gleichheit, soziale Eingliederung, Vielfalt und Nichtdiskriminierung. Das Programm wird die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen, einschließlich der Sammlung und Verbreitung bewährter Praktiken zu diesem Thema. Besonderes Augenmerk wird auf die Erzielung eines angemessenen Geschlechtergleichgewichts gelegt.

Das Programm wird integrative Ansätze für die Mobilitäts- und Kooperationsaktivitäten fördern, wie a) Verbesserung des Zugangs, der Teilnahme und der Abschlussraten unterrepräsentierter und benachteiligter Gruppen; b) Entwicklung und Umsetzung flexibler Mobilitätsformate (kurz, virtuell und gemischt); c) aktive Unterstützung der ankommenden mobilen Teilnehmer während des gesamten Prozesses der Wohnungssuche, auch durch die Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren für die Bereitstellung von angemessenem und erschwinglichem Wohnraum.

Weitergehende Information und Beratung zu den Erasmus+ Mobilitätsmaßnahmen erhalten Sie beim

Deutschen Akademischen Austauschdienst
Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit
Kennedyallee 50
53115 Bonn
Tel.: +49(0)228/882-8877
Fax: +49(0)228/882-555
E-Mail: erasmus[at]daad(dot)de
Homepage: www.eu.daad.de