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Erste internationale Studienwoche an der Katholischen Hochschule Mainz

Vier Professorinnen und Professoren und zwölf Studierende verschiedener Masterstudiengänge der Arbeitsfelder Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Psychologie und Gesundheitsprävention unserer Partnerhochschulen in Tula (RUS), St. Petersburg (RUS), Warschau (PL) und Riga (LV) sowie zehn Studierende unseres Masterstudiengangs „Beratung und Case Management“ diskutierten eine Woche (auf Englisch) unterschiedliche Interventionsformen. Besonders fachliche und berufsethische Standards für die soziale und pädagogische Unterstützung von Familien mit vielfältigem Unterstützungsbedarf führten zu engagierten Diskussionen.

Der Veranstaltung vorausgegangen war eine intensive, fast einjährige Vorbereitung mit intensiven Gesprächen und Abstimmungen mit den beteiligten Partnerhochschulen. Anlass diese Woche zu konzipieren, waren Anfragen unserer Partnerhochschulen in Tula und St. Petersburg zu einer Kooperation auf Ebene der Masterstudiengänge. Geplant und koordiniert wurde die Woche vom ifb (Patricia Missler, Elke Bruck) und dem Fachbereich Soziale Arbeit (Ruth Remmel-Faßbender, Wolfgang Feuerhelm, Eva Schuster und Ursula Rieke). Eingebettet wurde die Studienwoche in die Programmlinie Ostpartnerschaften des DAAD, mit deren finanzieller Unterstützung die KH Mainz bereits seit 2009 die Kontakte zu ihren mittel- und osteuropäischen Partnern pflegt und stetig ausbaut.

Ziel dieser international orientierten Studienwoche war es, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den östlichen Nachbarländern, die Problematik von Familien mit Multiproblemlagen aufgrund vorliegender empirischer Untersuchungen aus den einzelnen Ländern zu diskutieren. Die Studierenden lernten dabei Ursachen in unterschiedlichen Ländern und Sozialsystemen kennen und Hilfekonzepte kritisch miteinander zu vergleichen. Für die Jugendhilfe in den beteiligten Ländern zeigte sich handlungsleitend, Menschen in schwierigen Lebenslagen bei der Bewältigung alltagsorientiert, durch Aktivierung eigener persönlicher Potentiale und Ressourcenerschließung in ihren formellen und informellen Netzwerken zu unterstützen. Eine weitere Gemeinsamkeit konnte darin gesehen werden, dass zunehmend Konzepte früher Prävention – von der Schwangerschaft  an - eingesetzt werden. Spannend war der Austausch auch hinsichtlich der jeweiligen einzelstaatlichen Sozialgesetze und finanziellen Unterstützungsformen. Neben den Fachinhalten erwarben die Studierenden Kenntnisse und Handlungskompetenzen in der einzelfall-, gruppen- und sozialraumbezogenen Sozialen Arbeit. Dies sollte dazu beitragen, fachliches Handeln auf dem Hintergrund verschiedener theoretischer Erklärungsmodelle und Interventionskonzepte auf die Praxis der jeweiligen Herkunftsländer hin fachlich zu reflektieren.

Sowohl die Dozentinnen und Dozenten als auch die Studierenden beteiligten sich mit inhaltlichen Präsentationen. Mit der erfolgreichen Teilnahme und einer Studienleistung konnten die teilnehmenden Studierenden 6 ECTS erwerben, die von ihren entsendenden Hochschulen entsprechend einer gemeinsamen Vereinbarung anerkannt werden. Innerhalb der Studienstruktur der KH Mainz war die Woche im Masterstudiengang „Beratung und Case Management“ als freiwilliges Angebot außerhalb des regulären Studiencurriculums verortet.
Besonders spannend – und erfolgreich - war der Einsatz von interaktiven Lehr- und Lernformen, wie etwa einem „World Café“. Gerade diese methodischen Bausteine stießen bei den Studierenden auf großen Zuspruch, förderten sie doch das nationenübergreifende Kennenlernen, das gemeinsame Gespräch, den Einblick in (soziokulturell bedingt) andere Denk- und Handlungsweisen sowie den interkulturellen Austausch. Für die Mainzer Studierenden kann diese Woche folglich auch als Beitrag zu einer „Internationalization at home“ gewertet werden.

von Prof.in Ruth Remmel-Faßbender und Dr. Elke Bruck, ifb / Bild: KH Mainz