Schriftgröße A A A

Riga-Exkurison vom 17.11. bis 21.11.2015

Es gelang in dieser Woche Soziale Arbeit als Studiengang und im Praxisalltag mit seinen landestypischen Besonderheiten näher kennenzulernen.

Lettland, mit seinen nur 2 Mio. Einwohnern und seiner wechselvollen Historie als Spielball im Baltikum zwischen politischen Fronten, hat sich den Besuchern als freundlicher, offener Gastgeber und überzeugtes Mitglied der EU gezeigt. Ein Besuch des Okkupationsmuseums und ein Eindruck von der Militärparade zum Nationalfeiertag sowie der dazu gehörigen Feierlichkeiten, brachten der Gruppe den generationenübergreifenden Nationalstolz und die große Bildungs- und Leistungsbereitschaft näher.
Der Besuch in einem Waisenheim für Heranwachsende ab 16 Jahren vermittelte das Engagement der sozialarbeiterischen Leitungskräfte und ein überzeugendes pädagogisches Konzept. Die Einkommenssituation der qualifizierten und engagierten Sozialarbeiterinnen (deutlich unter dem deutschen Mindestlohn bei nahezu vergleichbaren Lebenshaltungskosten) schockierte die Studierenden.

Das einzige und staatlich geführte Flüchtlingscamp liegt außerhalb von Riga in einer Waldregion und bietet Platz für 200 Flüchtlinge. Seitens der dortigen Leitung bestand eine große Offenheit für neue Konzepte und internationale Expertise, und so wurden die Besucher sehr offen und interessiert aufgenommen (als vermeintlich „erfahrene“ Deutsche mit ihrer bewunderten und bestaunten Willkommenskultur für Flüchtlinge). Erst ab 2016 ist geplant Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in die Arbeit dieses Camps einzubeziehen. Daraus ergaben sich viele Fragen an die angehenden Fachkräfte aus Deutschland. Gleichzeitig werden derzeit die Räumlichkeiten für weitere 500 geflüchtete Menschen (Europakontingent) ausgebaut. Es wurden die Räumlichkeiten gezeigt und kurze Kontakte zu den Bewohnern hergestellt.

Der Besuch der Riga Stradins Universität  konzentrierte sich auf das Department „Rehabilitation“. In diesem ist die Soziale Arbeit angesiedelt und Prof. Vilka und Dozentin Smirnova berichteten über das Studium der Sozialen Arbeit. Besonders interessant war die Teilnahme an einem Seminar von Studierenden aus dem 1. Semester. Den Gästen zuliebe wechselte die Unterrichtssprache auf Englisch, so dass eine anregende Diskussion möglich wurde.

Alles in allem eine spannende Woche, die voraussichtlich zum Kongress „Health. Welfare. Society“ im November 2016 wiederholt werden wird.

 

von Prof.in Dr. Ursula Rieke