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Herr Prof. Schwalbach, können Sie uns ein wenig berichten, was Sie seit Ihrem Eintritt in den Ruhestand so alles unternommen haben?

Ich wohne in der Mainzer Altstadt, übernehme häufig Vertretungen bei Gottesdiensten und halte ab und zu einen Vortrag in einer Pfarrei. Ich bin noch etwas tätig in der Ausbildung von Diakonen mit Zivilberuf und habe gelegentlich Pilgergruppen der Diözese Mainz begleitet. Ansonsten gehe ich öfters wandern und bin sozusagen als mein eigener Hausmann beschäftigt.

Welche Wünsche haben Sie an Ihr weiteres Leben?

Ich wünsche mir auch weiterhin immer noch eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Eine altersgemäße Gesundheit, kein Pflegefall zu werden – und in Zuversicht und Hoffnung weiterzugehen bis zum Ende meines irdischen Weges; das wünsche ich mir.

Wenn Sie auf die Zeit in der Katholischen (Fach-)Hochschule zurückblicken: Wie bewerten Sie diese Zeit für sich persönlich?

Auf meine Tätigkeit an der Hochschule blicke ich gern und dankbar zurück. Besonders betrachte ich es als wertvoll, dass ich durch meine gleichzeitige Tätigkeit sowohl an der Hochschule als auch in der Pfarrgemeinde Theorie und Praxis stets miteinander verbinden und überprüfen konnte.

Was war Ihnen ein wichtiges Anliegen als Lehrender an der K(F)H?

Es war mir als Pastoraltheologe sehr wichtig gewesen, den pastoralen Dreischritt  von „Sehen – Urteilen – Handeln“ zu reflektieren und einzuüben und nicht nur Rezepte zu verteilen „wie man was macht“. Das war dann auch das Thema meiner Abschiedsvorlesung an der K(F)H. Heute freue ich mich, wenn ich ehemaligen Studentinnen und Studenten begegne, die engagiert in ihrem Beruf immer wieder diesen Dreischritt versuchen.

Fällt Ihnen rückblickend spontan ein besonders schönes oder lustiges Erlebnis an der K(F)H ein?

Es war noch im alten Gebäude der K(F)H, im großen Hörsaal, der in kleinen Stufen nach hinten anstieg. Damals war es bei vielen Studierenden üblich in den Lehrveranstaltungen zu stricken – was ich gar nicht leiden konnte und was deshalb etwas verdeckt unter der Bank geschah. Eines Tages fiel in der hintersten Reihe eine Stricknadel herunter, rollte weiter, an jeder Stufe machte es „Klick“, bis sie ganz unten war. Es wurde mucksmäuschen still. Da musste ich doch lachen – und alles lachte laut mit!

Wir beschäftgen uns in einer Arbeitsgemeinschaft von Professoren/-innen und Studierenden damit, was gute Lehre ausmacht. Können Sie uns einen Tipp geben, einen Rat, einen Hinweis o.ä.?

Wichtig scheint mir, dass nicht nur das einzelne Fach je für sich gelehrt und studiert wird, sondern als Mosaikstein in der Befähigung für einen Beruf gesehen wird. Von daher ist die Koordination der Fächer untereinander und die Zusammenarbeit aller unverzichtbar.  

Welchen Rat haben Sie für die aktuell Studierenden?  

Immer neu „Suchen und fragen, hoffen und sehn, miteinander glauben und sich verstehn….“  (nach dem Lied im katholischen Gesangbuch Gotteslob Nr.457) – ein Rat nicht nur für Studierende.


Das Gespräch mit Prof. Schwalbach führte Prof. Peter Orth | Bild: Schwalbach