Forschungsprojekte OLE und shalk gestartet

Prof. Dr. Renate Stemmer (l). und Prof. Dr. Sabine Corsten leiten und koordinieren die Projekte OLE und shalk im Fachbereich Gesundheit und Pflege.

OLE und shalk – so heißen die beiden Praxisforschungsprojekte, deren Durchführung und Koordination innerhalb des Fachbereichs Gesundheit und Pflege der Katholischen Hochschule Mainz zum Sommersemester begonnen hat. „Die Katholische Hochschule Mainz ist die einzige Hochschule bundesweit, die eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für gleich zwei Projekte innerhalb eines Fachbereichs erhalten hat“, freut sich Prof. Dr. Renate Stemmer, Dekanin des Fachbereichs Gesundheit und Pflege an der Katholischen Hochschule Mainz und Leiterin des Projekts OLE.

Die Abkürzung OLE steht für Organisationales Lernen in der Altenhilfe. „Ziel des Projekts ist es, die Selbständigkeit und Autonomie von Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Altenhilfeeinrichtungen zu erhöhen“, erläutert Stemmer. Die grundlegende Annahme des Projekts lasse sich wie folgt beschreiben: Je selbständiger Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen ihre Arbeitsprozesse erleben und gestalten können, desto eher sind sie in der Lage eben diese Selbständigkeit auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern zu fördern. Durch Schulungen des Personals in vier Pflegeeinrichtungen und einem Vorher-Nachher-Vergleich soll diese Annahme und die Auswirkung gezielter Lernprozesse untersucht werden. Das Projekt wird in Kooperation mit der Hochschule München und der Goethe-Universität Frankfurt am Main durchgeführt.

Im Verbund mit der Hochschule Fresenius Idstein erfolgt die Durchführung des Projekts shalk-Selbsthilfe Aphasie: Lebensqualität und Kompetenz. „Aphasie ist eine neurologische Sprachstörung, die ca. 15 Prozent der Schlaganfallpatienten und -patientinnen in Deutschland erleiden“, erläutert die Professorin für Logopädie und Koordinatorin des Projekts Prof. Dr. Sabine Corsten. Durch den Verlust an Selbständigkeit und sozialen Kontakten litten die Betroffenen und ihre Angehörigen in der Folge häufig an emotionalen und psychischen Problemen. „Selbsthilfegruppen können hier hilfreich sein. Leider werden diese im Bereich Aphasie noch nicht ausreichend genutzt. Außerdem sind Betroffene häufig passive Hilfeempfänger, da die Gruppen nur selten von Betroffenen selbst geleitet werden“, erklärt Corsten. Ziel des Projekts sei es daher, Menschen mit Aphasie durch sprachlich angepasste Schulungen und Begleitung zum eigenständigen Aufbau und zur Leitung von Selbsthilfegruppen zu befähigen. „Wir gehen davon aus, dass die Erfahrung von Autonomie und Selbstwirksamkeit sowie die soziale Einbindung die Lebensqualität betroffener Menschen erhöht und die Notwendigkeit sozialer und medizinischer Hilfen verringert“, sagt Corsten. Ergänzend werde es ein Angebot für die Angehörigen geben.

Beide Projekte werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Gesamtsumme von ca. 1,3 Millionen Euro gefördert. Die Laufzeit der Projekte beträgt drei Jahre. „Wir freuen uns sehr, für beide Projekte eine Förderzusage erhalten zu haben. Dies lässt die hohe Aktualität und gesellschaftliche Bedeutung der Praxisforschung im Pflege- und Gesundheitsbereich erkennen“, betont Stemmer.

Weitere Informationen zu den Projekten sind unter folgenden Kontakten und auf der Homepage der KH Mainz erhältlich:
Projekt OLE: renate.stemmer[at]kh-mz(dot)de
Projekt shalk: sabine.corsten[at]kh-mz(dot)de

 

von Christina Mauer, Stabsstelle Rektorat | Bilder: KH Mainz