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Die Bewerbungsphase für den neuen Studiengang ist in vollem Gange. Wie laufen die Vorbereitungen für den Studienstart im Oktober?

Die Bewerbungsphase ist noch heiß – bis Ende Mai. Daher nutzen wir derzeit auch noch intensiv alle Möglichkeiten und Gelegenheiten, um unseren neuen und ungewöhnlichen Studiengang zu bewerben. So werden wir zum Beispiel am 22. und 23. April in Berlin auf der Messe „studyworld“ vertreten sein, auf der insbesondere internationale Studiengänge vorgestellt werden. Für den eigentlichen Studienstart wünsche ich mir eine Start-Up-Party mit allen Studienanfängern. Die zu planen hat aber noch Zeit.

Was sind die wichtigsten Schritte, die bis zum Vorlesungsbeginn im Oktober noch gegangen werden müssen?

Ich könnte dazu ABC sagen, wenn die Reihenfolge und Schreibweise stimmen würden. Es beginnt mit B für Berufung. Wir besetzen im Sommersemester die erste Professur für den Studiengang, die eher soziologisch ausgerichtet sein soll. Es liegen überragende Bewerbungen vor. Dann kommt A für Akkreditierung. Ebenfalls im Sommersemester kommen die Gutachter der Akkreditierungsagentur ins Haus, um unser Konzept unter die Lupe zu nehmen. Da unterscheiden wir uns als Lehrende nicht von Studierenden: Prüfungen machen alle nervös. Drittens geht es damit weiter, Kontakte zu Partnerhochschulen weltweit zu knüpfen. Das C ist dafür zwar falsch geschrieben. Für einen internationalen Studiengang – „contact“ – aber wiederum passend.

Worin liegen für Sie die größten Herausforderungen bei der Organisation des neuen Studiengangs?

Das vermutlich dickste Brett, das wir werden bohren müssen, ist die Organisation der Auslandsjahre. Je bunter die Welt tatsächlich wird, um den Slogan des Studiengangs aufzugreifen, umso mehr Flexibilität und Phantasie ist gefragt. Step by Step werden wir aber voranschreiten, so wie wir es in der bisherigen Organisation auch getan haben.

Während der Organisationsphase haben Sie bereits Kontakte zu vielen Einrichtungen und Personen geknüpft. Was waren für Sie die interessantesten Erfahrungen bisher?

Ich möchte an dieser Stelle nur von einer Begegnung erzählen. Um den Studiengang bekannt zu machen, ist nicht nur Werbung, sondern auch Öffentlichkeitsarbeit gefragt. Zu letzterer gehört die Kooperation mit anderen Institutionen. Im Kontext des Rahmenprogramms zu einer Ausstellung von Flüchtlingen (Flucht 2.0) des Dom- und Diözesanmuseums Mainz habe ich zwei Flüchtlinge interviewt: eine junge Frau aus Afghanistan und eine alte Frau aus dem Sudetenland, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden ist. Erstaunlich – oder auch nicht - war, wie respektvoll und empathisch die beiden Frauen aufeinander zu- und miteinander umgingen. Die Geschichte, die die Afghanin dann dreißig Minuten von ihrem durch die Taliban verursachten Leid und der fast einjährigen Flucht erzählte, hat den Zuhörern und mir den Atem geraubt.

Am 31. Mai 2016 endet die Bewerbungsphase für den BAMI. Was sollten die Bewerberinnen und Bewerber über das weitere Auswahlverfahren wissen?

Jede Bewerbung lohnt sich, bis zum letzten Tag. Wir werden dann die Unterlagen anfordern und die Zulassungsvoraussetzungen prüfen. Im Fall ausländischer Hochschulzugangsberechtigungen und mit Blick auf die erforderlichen Sprachkenntnisse werden wir dann im Einzelfall vielleicht noch einmal mit Bewerbern ins Gespräch kommen. Entschieden wird Ende Juni.

Für den ein oder anderen Bewerber wird bis Oktober ein Umzug nach Mainz anstehen. Sie sind nun schon seit 2002 an der KH Mainz tätig. Was macht Mainz aus Ihrer Sicht zu einer attraktiven Studienstadt?

Mainz ist durch die vielen Studierenden an drei Hochschulen jung und lebendig, durch seine lange Geschichte zugleich voller Tradition, durch seine mittlere Größe sowohl prickelnd als auch heimelig und durch den nahen, größten Flughafen Deutschlands weltnah. Letzteres ist insbesondere für den neuen Studiengang wichtig. Zugleich ist Mainz, was vielleicht erst nach dem Studium eine Rolle spielt, als Landeshauptstadt ein politisches, als Bischofssitz ein kirchliches und als Wirtschaftsstandort ein ökonomisches Subzentrum im Rhein-Main-Ballungsgebiet. Der Rhein und der Wein sollten auch nicht unerwähnt bleiben. Ein Aufenthalt für vier Jahre bzw. acht Semester, abzüglich eines Auslandsjahrs, lohnt sich - vielleicht auch für länger…

Weitere Informationen zu den neuen Studienangeboten sind unter www.kh-mz.de/bami oder im Dekanat des Fachbereichs Soziale Arbeit (06131-28944-380/dekanat.sa[at]kh-mz(dot)de) erhältlich.

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Ulrich Papenkort ist Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit und Organisator der neuen Studienangebote an der KH Mainz.

 

Das Gespräch führte Christina Mauer, Stabsstelle Rektorat | Bilder: KH Mainz / Sergey Nivens, Fotolia.de