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Alumni at work

Franziska Wienzek bei einer Theaterprobe der Seniorenwerkstatt der vhs Mainz.

 

Was verbinden Sie spontan mit der Katholischen Hochschule Mainz?

Ich verbinde mit der KH Mainz sehr schöne Erinnerungen - eine tolle, herausfordernde Studienzeit und das Gefühl eines „NachHauseKommens“, wenn ich heute die KH betrete.

Welche Eindrücke aus Ihrer Studienzeit haben Sie heute noch ganz besonders in Erinnerung?

In erster Linie ganz bestimmte Professoren/-innen mit klarem Profil, Ecken und Kanten (was ich über die Maßen schätze). Außerdem Studieninhalte, mit denen man sich intensiv auseinandersetzen musste, Themen, mit denen man im positiven Sinne zu kämpfen hatte. Und auch an die außercurricularen Aktivitäten, an denen man zusätzlich wachsen und dazulernen konnte, erinnere ich mich gut. 
Ganz besonders gerne erinnere ich mich natürlich an Freundschaften, die entstanden sind und noch nach Jahren Bestand haben und an Kontakte zu Professoren und Dozenten, die ebenfalls immer noch bestehen.

Heute sind Sie in der Volkshochschule Mainz im Bereich der Altenarbeit als Sozialarbeiterin tätig. Was sind dabei Ihre zentralen Aufgaben?

Ich leite die Seniorenwerkstatt an der vhs Mainz. Mir obliegt die Gesamtorganisation der Werkstatt. Dazu zählt beispielsweise die Materialbeschaffung, Wartungs- und Reparaturarbeiten, Gruppenleitung, Datenverwaltung und die Betreuung der Honorarkräfte und Ehrenämtler. Hinzu kommt Einiges an kreativer Arbeit (z.B. die Anleitung von Werkstatt-Teilnehmer/-innen) sowie Netzwerkarbeit und Informationsbeschaffung. Zu meiner Arbeit zählt auch sehr viel Gesprächsführung und Coaching und es ist viel innvoatives, lösungsorientiertes Arbeiten gefordert, zum Beispiel bei der Anpassung von Arbeitsmaterial und –prozessen an unterschiedlichste Einschränkungen und Behinderungen.

Was ist die größte Herausforderung bei Ihrer Tätigkeit?

Aufmerksam zu sein für die Bedürfnisse und Möglichkeiten meiner Kunden und Honorarkräfte. Außerdem gilt es immer wieder Ausschau zu halten nach Arbeits- und Hilfsmitteln, die es erlauben, auch bei auftretenden und fortschreitenden Einschränkungen kreatives Arbeiten fortzuführen. Meine Arbeitsstelle bringt vielfältige Anforderungen mit sich - handwerklich, kreativ, gesprächstechnisch und geistig.

Und was ist die schönste Seite Ihres Berufs?

Der Kontakt zu den Menschen. Mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten zu tun zu haben, Anteil zu bekommen an Lebensgeschichten, unterstützen zu können in jeglicher Hinsicht. Der Umgang untereinander - unterstützend, begleitend. Und natürlich die entspannte, fröhliche, offene Atmosphäre in der gesamten Werkstatt, die auch für ernste Themen Raum gibt.

Ihre Studienzeit liegt nun schon einige Jahre zurück und Sie konnten viele Erfahrungen im Berufsleben sammeln. Welche Aspekte oder Erkenntnisse aus Ihrem Studium waren für Ihren Berufsweg rückblickend besonders hilfreich?

Da gibt es so Einiges. Zunächst die Auseinandersetzung mit dem Glauben. Dann die fortwährende Bestärkung zu Hinterfragen und sich eine Meinung zu bilden und letztlich dafür auch einzustehen. Besonders auch die Praktika, mit dem Erlernten zu arbeiten, das Wissen einzusetzen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Inhaltlich gibt es so viele einzelne Aspekte. Die Studiengänge haben die Basis geliefert, aufgrund derer ich mir ein berufliches und persönliches Standing als Sozialpädagogin erarbeitet habe. Die Spezialisierung erfolgte dann im beruflichen Umfeld mit dem Wissen um die Kontakte, die sich auch während des Studiums herausgebildet haben.

Welchen Rat können Sie den heutigen Studierenden für das Studium mit auf den Weg geben?

Mitarbeiten, sich mit den Inhalten auseinandersetzen. Die KH nicht nur als Schule begreifen, sondern als Lebensort. Alle Möglichkeiten nutzen, die sich bieten, sich mit den Lehrenden und Studierenden auseinandersetzen, außercurriculare Aktivitäten wahrnehmen und sich einbringen. So eine Chance bekommt man so schnell nicht wieder!

Welchen Rat können Sie der KH und insbesondere den Lehrenden mit auf den Weg geben?

Gönnen Sie sich Profil im Einzelnen und im Gesamten. Mit Menschen mit Ecken und Kanten kann man sich auseinandersetzen, selbst an Profil gewinnen. Lehrende, die etwas zu sagen haben und etwas darstellen, sind hervorragende Orientierungspunkte.

Das Gespräch mit Franziska Wienzek führte Prof. Peter Orth | Bild: Wienzek