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Gespräche im (Un)-Ruhestand

Geboren ist Prof.in Dr. Edith Kellnhauser 1933. Sie wohnt gerne in Mainz und fühlt sich in der Stadt „ihrer“ Hochschule wohl. Seit 1999 ist Prof.in Dr. Edith Kellnhauser im Ruhestand.

Frau Prof. Kellnhauser, können Sie uns ein wenig berichten, was Sie seit Ihrem Eintritt in den Ruhestand so alles unternommen haben?

Seit Beginn meines Ruhestandes habe ich zahlreiche Fachvorträge (auch in den USA) gehalten und Fachartikel geschrieben. Drei Fachbücher und meine Autobiografie wurden veröffentlicht. Zudem habe ich ca. 20 Pflegestudenten/-innen für ein Praktikum in die USA vermittelt und auch privat einige Reisen unternommen (Istanbul, Bristol, New York, Atlanta).
Ich war und bin gewähltes Mitglied in einigen Aufbaugremien der neu errichteten Landespflegekammer Rheinland-Pfalz. Da gibt es viel zu tun.
Ehrenamtlich engagiere ich mich seit Dezember 2015 in der Flüchtlingsarbeit. Ich betreue zur Zeit zwei junge Syrer, das heißt, ich unterrichte sie in Deutsch und versuche ihnen bei der Integration zu helfen, indem ich ihnen Wissenswertes über unsere Kultur, unser politisches System und anderes vermittle. Sie sind sehr eifrig bei der Sache. Für einen habe ich auch schon eine Praktikumsstelle (Elektrotechnik) in Aussicht. Wir haben bei all dem viel Spaß miteinander.
Sie sehen: Ich bleibe aktiv!

Welche Wünsche haben Sie an Ihr weiteres Leben?


Eigentlich bin ich mit meinem Leben hoch zufrieden. Mir wurde die Möglichkeit zuteil, beruflich international sehr viel zu erlernen und zu erreichen und auf der Basis des Pflegeberufes auf jedem Erdteil länger oder kürzer zu leben. Was noch kommt, genieße ich als Sahnehäubchen in meinem Leben.

Wenn Sie auf die Zeit in der Katholischen (Fach-)Hochschule zurückblicken: Wie bewerten Sie diese Zeit für sich persönlich?


Der wissenschaftliche Austausch mit den berufserfahrenen, lernmotivierten Pflegestudenten war eine arbeitsintensive, jedoch in jeder Weise hoch bereichernde Zeit für mich.

Was war Ihnen ein wichtiges Anliegen als Lehrende an der K(F)H?

Den Pflegestudenten/-innen aktuelles, international gültiges Pflegewissen forschungsbasiert zu vermitteln.

Hier haben Sie die Möglichkeit, „Ihren“ Ehemaligen noch ein gutes Wort oder einen guten Rat mit auf den Weg zu geben!

Bleiben Sie im Pflegeberuf und nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten, die sich Ihnen heute mehr denn je berufsfeldmäßig bieten. Bringen Sie sich berufspolitisch ein, beispielsweise durch die Mitarbeit bei Ihrer Landespflegekammer, die es bald - neben der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz - auch in anderen Bundesländern geben wird.

Wir überlegen zur Zeit in einer Arbeitsgemeinschaft mit Professoren/-innen und Studierenden, was gute Lehre ausmacht. Können Sie uns einen Tipp geben, einen Rat, einen Hinweis o.ä.?

Die Studierenden fordern und fördern, auf sie eingehen, ihnen das Gefühl vermitteln, sie haben Wertvolles beizutragen.

Welchen Rat haben Sie für die aktuell Studierenden?

Das Studium ist kein Handyspiel, sondern eine ernste Angelegenheit, die Ihr ganzes weiteres Leben bestimmen wird. Nehmen Sie es entsprechend ernst.

 

Das Gespräch mit Prof.in Dr. Edith Kellnhauser führte Prof. Peter Orth | Bild: Kellnhauser