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Jugendmedienschutz – was geht mich das an? Kluger und kreativer Umgang in Schule und Jugendarbeit

Prof. Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz, referierte zum Thema Medienbildung und Jugendschutz.

Die Fortbildung ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Katholischen Hochschule Mainz, dem SWR - Stabsstelle Medienkompetenz - und der Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz, das in der Form bereits zum zweiten Mal stattgefunden hat. Mit einem Mix aus Kurzvorträgen am Vormittag und Workshops unter der Leitung von Studierenden am Nachmittag war Ziel des Tages, ein medienpädagogisches Thema in Theorie und Praxis zu vermitteln.

Den Auftakt machte Sebastian Gutknecht, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Landesstelle NRW e.V. (AJS), der über die rechtlichen Aspekte des Jugendschutzes informierte. Anschließend ging Anne Sauer von spielbar.de unter dem Titel „Außer Zocken nichts gewesen?“ den Computerspielen und deren Einsatzmöglichkeiten in der pädagogischen Praxis nach. Mit Blick auf Familien regte sie an, dass Eltern zusammen mit ihren Kindern spielen, um auch für sie Ansprechpartner zum Thema Games zu sein.

Prof. Andreas Büsch fragte im dritten Impulsvortrag nach dem Zusammenhang von Medienbildung und Jugendschutz: Während für jüngere Kinder der Schutz vor sie gefährdenden Medien an erster Stelle steht, sollten ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene befähigt werden, kompetent mit Medien umgehen zu können. Insofern sei Medienbildung ein unverzichtbarer Bestandteil des Jugendmedienschutzes, der niemals allein mit gesetzlichen Regelungen zu erreichen sei, betonte Büsch.

Nach einer Mittagspause ging es mit dem praktischen Teil der Fortbildung weiter: Die Teilnehmer/-innen konnten zwischen fünf Workshops wählen, welche von Bachelorstudierenden des Fachbereichs Soziale Arbeit im Rahmen einer Medienpädagogischen Zusatzqualifikation konzipiert wurden. Die Studierenden hatten sich im Seminar seit letztem Semester inhaltlich mit verschiedenen Aspekten des Jugendmedienschutzes auseinandergesetzt und aus der Fülle von Aspekten fünf ausgewählt, die sie in entsprechenden Workshops den Teilnehmenden näherbrachten. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der praktischen Anwendbarkeit als Unterrichtseinheiten oder als Module für außerschulische Arbeit sowie der Vorstellung entsprechender Materialien und Arbeitshilfen.

Im Workshop „Komm schon, jetzt noch ein Bild ohne Höschen!“ ging es um den Trend Sexting – das Erstellen und Versenden von (Nackt-)Bildern via Smartphone. Referenten/-innen waren Robin Theis, Sonia Otto und Jessica Krob. Unter dem Titel „Alles nur Sucht“ thematisierten Alexandra Limbart und David Nork die exzessive Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Hannah Ballmann und Elisabeth Müller forderten die Teilnehmenden im Workshop „Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters?!“ dazu auf, sich über eigene Schönheitsideale bewusst zu werden. Im Workshop „Smartphone vs. Tafel“ von Mirjam Heinz und Ngoc-Linh Truong konnten die Teilnehmenden anhand einer QR-Code-Rallye quer durchs SWR-Funkhaus den Einsatz des Smartphones in der schulischen Arbeit kennen und nutzen lernen. Natalie Bauer, Theresia Büsch und Sebastian Schlitz diskutierten mit den Teilnehmenden des Workshops „Medienbildung und Jugendmedienschutz“ wie Medienbildung in der Praxis umgesetzt werden kann. Es ging noch einmal darum, die Grenzen und Anschlussmöglichkeiten zwischen Medienbildung und Jugendmedienschutz auszumachen und einen Bezug zur eigenen Tätigkeit herzustellen.

Alle Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, zwei der 90-minütigen Workshops zu besuchen. Durch die Fortbildung wurde erneut deutlich, dass das komplexe Thema Jugendmedienschutz für Multiplikatoren/-innen viele Anknüpfungspunkte für deren Arbeitsalltag mit Kindern und Jugendlichen beinhaltet.

von Elisabeth Müller und Christina Rolle | Bild: Clearingstelle