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Geflüchtete als Gasthörer/-innen an der KH Mainz

Es handelt sich dabei um zwei junge Männer und eine Frau aus Syrien sowie eine Frau aus dem Iran. Beide Frauen und einer der Männer haben sich für das sogenannte "Kontaktstudium" an der KH Mainz entschieden. Ein Jahr lang studieren sie „Soziale Arbeit“ bzw. „Sozialwissenschaften: Migration und Integration“ und erhalten am Ende ein entsprechendes Zertifikat. Ein Übergang ins Regelstudium ist nach erfolgreichem Abschluss des Jahres möglich. Einer der beiden Syrer hat aus verschiedenen Semestern des Bachelors und des Masters Soziale Arbeit Veranstaltungen ausgewählt und besucht diese als regulärer Gasthörer.

Was einfach klingt, ist im Alltag für die vier jungen Menschen mit vielfältigen Hindernissen und Strapazen verbunden: Unverständliche bürokratische Strukturen, eine neue Sprache und das ungewohnte Leben in einer neuen Heimat gehören hier dazu. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat wegen des großen Interesses an Studienmöglichkeiten für Geflüchtete als Teil eines umfangreichen Maßnahmenpakets das Programm WELCOME  geschaffen, innerhalb dessen sich Studierende dafür einsetzen, dass Flüchtlinge an ihren Hochschulen Fuß fassen können. WELCOME soll Orientierung geben, Barrieren überwinden, Hilfestellung bieten. Aktuell fördert der DAAD 162 Welcome-Projekte, eines davon an der KH Mainz.

Als bislang größte Herausforderung bezeichnen Jana Hüttmann und Lisa Rehorn, die beiden studentischen Hilfskräfte des Projekts an der KH, die sprachlichen Herausforderungen im Umgang mit wissenschaftlichem Deutsch. Ein eigener Sprachkurs kann hier im Haus derzeit leider nicht angeboten werden. Doch die Motivation und Leistungsbereitschaft der vier Gasthörer/-innen sei groß und so ließen sie sich nicht von diesen Schwierigkeiten einschüchtern, berichtet Lisa Rehorn. Besonders positiv ist nach der kurzen Zeit an der KH Mainz die soziale Integration hervorzuheben: Sowohl zu anderen Studierenden als auch zu den Dozentinnen und Dozenten konnten die vier Gasthörerinnen und Gasthörer bereits viele Kontakte knüpfen und den studentischen Alltag erleben.

Ein vielversprechender Auftakt also - gleichwohl  stehe der KH Mainz noch einiges an Arbeit bevor, um aus dem in diesem Herbst neu angelaufenen Programm ein Regelangebot zu machen. Dabei müsse man sowohl die Studierendenschaft als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule noch stärker einbeziehen, so die erste Zwischenbilanz des WELCOME-Teams.

von Dr. Elke Bruck