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Health. Welfare. Society.

„Rosmarie“ und „Makuma Virtula“ – „Wer sind denn diese Damen?“, so mag sich mancher der Mainzer Studierenden bei der ersten Trambahnfahrt durch Riga gefragt haben. Lettland liegt als nördlicher Teil Europas im Baltikum nur gut zwei Flugstunden von Rhein-Main entfernt und lässt sprachlich dennoch keinerlei Ableitungen aus anderen westeuropäischen Sprachen zu.

Zum Glück blieb dann noch die Verständigung auf Englisch, welches auch die Konferenzsprache der 6. interdisziplinären Konferenz an der Riga Stradins University war. Unter dem Thema “Health. Welfare. Society  – Living in the World of Diversity: Social Transformations. Innovations. Solutions“ trafen sich Referentinnen und Referenten sowie Interessierte aus 24 Ländern und tauschten sich über wichtige soziale und Gesundheitsthemen aus. Dabei hatten die zwölf Studierenden aus unterschiedlichen Semestern der KH Mainz die Gelegenheit, als sogenannte young researchers über die Flüchtlingssituation in Deutschland und deren Bewältigung zu referieren. Mit ihren Präsentationen stießen sie dabei auf viel Interesse. Dr. Ursula Rieke befasste sich in ihrem Vortrag mit der HIV/Aids-Beratung in Deutschland. Im Verlauf des Kongresses ergaben sich unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtige Kontakte und Planungen für weitere Kooperationen.

Historisch (und  nah an der Jetztzeit) gab die Okkupationsgeschichte Lettlands Anlass zu Nachdenken und Betroffenheit. Dazu kam die bewegende Führung durch das KGB-Gefängnis. Altstadtführung, Besuch der wunderschönen Riga-Oper und des Ostseestrandbades in Jurmala rundeten die vielfältigen Eindrücke der deutschen Studierenden ab.

Lettland, mit seinen nur 2 Mio. Einwohnern und seiner wechselvollen, schweren Historie als Spielball im Baltikum zwischen politischen Fronten zeigte sich auch bei dem bereits vierten Besuch der KH Mainz als freundlicher, offener Gastgeber und überzeugtes Mitglied der EU.

Fazit: eine interessierte, zuverlässige Gruppe und eine spannende Zeit. Und zum Ende hin hatten wir (wichtige) Vokabeln dazu gelernt: „Rosmarie“ heißt  „Achtung“ und „Makuma Virtula“ bedeutet „Nächste Haltestelle“!

 

von Prof.in Dr. Ursula Rieke | Bild: KH Mainz