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Zusatzqualifikation Feldkompetenz Psychiatrie

Psychiatrische Zusatzqualifikation für Studierende der Sozialen Arbeit

Prof. Dr. med. Jörg Degenhardt, Chefarzt a.D. der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Marienhaus Klinikum St. Antonius


⇒ Achtung
Bei der Zusatzqualifikation „Feldkompetenz Psychiatrie“ handelt es sich nicht um eine wahlpflichtige Veranstaltung des Moduls „Zusatzqualifikationen“ im 6. und 7. Semester des Bachelor-Studiengangs „Soziale Arbeit“, sondern um ein wahlfreies Angebot für den Bachelor- und den Master-Studiengang der Sozialen Arbeit, das Studierende im Laufe ihres gesamten Studiums wahrnehmen können.


Psychiatrie ist ein Handlungsfeld auch der Sozialen Arbeit. Im multiprofessionellem thera-peutischen Ansatz bringt die Soziale Arbeit ihre Ressourcenorientierung und Prozessorien-tierung in den Gesamtbehandlungsplan von Patientinnen und Patienten mit psychiatri-schen und psychosomatischen Störungen sowie Traumafolgestörungen mit ein, da die Querschnittsdiagnose und Notfallintervention der Medizin mit der Ressourcenorientierung und Prozessorientierung zusammengeführt werden muss. Psychiatrische Störungen sind häufig auch Folge fehlgeleiteter verinnerlichter menschlicher Begegnungen wie auch Fol-ge sozialer Veränderungen im direkten Umfeld der Patientin, des Patienten. Da psychiatri-sche Arbeit nicht ohne sozialarbeiterische Kompetenz denkbar ist, wird den Studierenden sowohl die aus der Medizin abgeleitete Krankheitslehre als auch die aus allen Bereichen abgeleitete Methodenvielfalt der Einflussnahme auf den Krankheitsverlauf nahe gebracht.

Dazu werden jedes Jahr vier Veranstaltungen, jeweils Freitag/Samstag als Blockseminar, angeboten.

⇒ Wintersemester
Block I – Allgemeine psychiatrische Krankheitslehre
Block II – Spezielle psychiatrische Krankheitslehre

Sommersemester
Block III – Psychotraumatologie
Block IV – Psychosomatische Krankheitslehre

Für die Zusatzqualifikation müssen 80 % des Angebotes per Anwesenheitsliste nachge-wiesen werden. Die Studierenden bekommen pro Blockveranstaltung einen unterschriebe-nen Nachweis und würden mit drei kompletten Veranstaltungen und einer Teilveranstal-tung die Qualifikation nachweisen und zeugnisberechtigt sein.
 
Um Missverständnissen vorzubeugen: jedes Seminar, jede Blockveranstaltung, muss nur einmal nachgewiesen werden, insgesamt von vier Angeboten also drei, dazu eine Teilver-anstaltung von mindestens vier Stunden (freitags oder samstags)

Lernziele
1.    Erwerb von Kenntnissen des ICD 10 mit entsprechendem Überblick über die gesamte Krankheitslehre der Psychiatrie
2.    Kenntnisse einzelner Krankheitsbilder mit Ableitung von Behandlungsmethoden und sozialarbeiterischer Intervention
3.    Kenntnisse psychosomatischer Erkrankungen einschließlich der Differenzierung der Konflikt- und Strukturpathologie, um diese Differenzierung in die sozialarbeiterische Beratung einfließen zu lassen
4.    Kenntnis von Traumafolgestörungen und entsprechenden Methoden der Stabilisie-rung
5.    Kenntnisse der Phase II der Traumabehandlung, Grundlagen der Differentialdiagno-se und der Beratungsformen