Beraten, lehren, beurteilen – Praxisanleitung in der Sozialen Arbeit

Fachlicher Austausch und Begegnung an der Schnittstelle zwischen den Lernorten Hochschule und Praxis – dies ermöglicht der Fachtag für Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter des Fachbereichs Soziale Arbeit, der am 07. Juni 2017 an der Katholischen Hochschule Mainz stattgefunden hat.

Petra Schorr-Medler (r.), Praxisreferat des Fachbereichs Soziale Arbeit, im Austausch mit Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern kooperierender Einrichtungen. (Bild: KH Mainz)

Studierende des Fachbereichs absolvieren ihr Praktikum ab August in über 100 Praxiseinrichtungen, von denen rund 45 Anleiterinnen und Anleiter der Einladung des Praxisreferates Soziale Arbeit gefolgt waren, um sich über aktuelle Themen und Entwicklungen auszutauschen.

In den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an der KH Mainz ist ein achtmonatiges Praktikum in einem Praxisfeld der Sozialen Arbeit integriert. „Der Praxisbezug hat innerhalb des Studiums einen hohen Stellenwert. Im Praktikum lernen die Studierenden theoretische Konzepte mit Methodenkompetenz zu verknüpfen. Es bietet die Möglichkeit im Studium erworbenes Wissen eigenverantwortlich und situationsbedingt anzuwenden und auch kritisch zu überprüfen“, berichtet Petra Schorr-Medler. Zusammen mit ihren Kolleginnen Sonja Burkard und Andrea Hassemer ist sie im Praxisreferat des Fachbereichs Soziale Arbeit Ansprechpartnerin für Studierende und Praxispartner. „Das Praktikum erfolgt unter fachlicher Anleitung erfahrener Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis. Für die ersten Schritte im Hinblick auf professionelles Handeln und die Entwicklung der eigenen Berufsrolle ist die Anleitung von großer Bedeutung. Praxisanleiter vermitteln Fachwissen und Lernziele, beurteilen den Lernprozess und stehen den Studierenden beratend zur Seite“, erklärt Andrea Hassemer.

Jürgen Salewski ist bereits seit einigen Jahren als Anleiter in einer Einrichtung der offenen Jugendarbeit tätig. Seine Antwort auf die Frage, was er den Studierenden im Praktikum vermitteln möchte: „Ich vergleiche es gerne mit einem Werkzeugkasten, der am Schluss des Praktikums mit Instrumentarien gut gefüllt sein sollte. Pädagogisches Know-How, Methoden- und Moderationskompetenz, aber auch eine fundierte Form von Sozial- und Lebenskompetenz – wie sie zum Beispiel durch Krisengespräche mit Jugendlichen entstehen kann – gehören für mich dazu.“ Für ein gelingendes Praktikum brauche es Neugier und Interesse, betont Inge Henrich, die in der Praxis für Entwicklungspädagogik (PEP) schon viele Praktikanten angeleitet hat. „Und natürlich ist es wichtig, dass die Studierenden Fragen stellen und sich trauen die Arbeit vor Ort kritisch zu hinterfragen“, ergänzt Inge Henrich.

Der diesjährige Fachtag startete mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Feuerhelm zu aktuellen Tendenzen im Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch. „Wir greifen am Fachtag praxisrelevante Themen auf, mit denen sich Experten der Hochschule beschäftigen. Der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis ist ein wichtiges Ziel dieses Tages“, berichtet Petra Schorr-Medler. In den Workshops am Nachmittag beschäftigten sich die Teilnehmenden unter anderem mit der Konkretisierung von Lernzielen und den Anforderungen, die der Dialog zwischen erfahrenen Praktikern und jungen Studierenden der „Generation Z“ mit sich bringt.

Der Fachtag für Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter ist ein seit vielen Jahren etabliertes Angebot des Praxisreferats und wird auch im kommenden Jahr wieder stattfinden. Weitere Informationen zur Arbeit des Praxisreferates sowie zum Praktikum sind auf den Seiten des Praxisreferates und unter folgendem Kontakt erhältlich: praxisreferat.sa[at]kh-mz(dot)de