„Menschen für Menschen fit machen"

Studierende der Sozialen Arbeit können an der Katholischen Hochschule Mainz seit diesem Semester die Zusatzqualifikation Notfallintervention unter Leitung von Andreas Trog (r.) belegen. (Bild: KH Mainz)

An der Katholischen Hochschule Mainz können Studierende der Sozialen Arbeit im Sommersemester 2017 zum ersten Mal die Zusatzqualifikation Notfallintervention belegen. Das neue Qualifizierungsangebot wird in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst e.V., Mainz angeboten. Über zwei Semester setzen sich die künftigen Sozialarbeiter/-innen mit medizinischen und psychischen Notfallsituationen auseinander und lernen, wie in diesen Situationen adäquate Hilfe geleistet werden kann. „Sozialarbeiter und Sozialpädagogen arbeiten im direkten Kontakt mit Personen in unterschiedlichen Lebenssituationen – z.B. in der Suchthilfe oder der Wohnungslosenhilfe, der Jugendarbeit oder der Heimerziehung. Im beruflichen Alltag kann es durchaus vorkommen, mit Notfallsituationen konfrontiert zu werden. Daher ist es für uns sehr positiv, durch die Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst, Mainz den Studierenden wichtige Fähigkeiten in diesem Bereich vermitteln zu können“, berichtet Prof. Dr. Ulrich Papenkort, Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit. „Mit diesem neuen Angebot kann die Kooperation mit der Katholischen Hochschule Mainz weiter intensiviert werden“, freut sich Dr. Kai Kronfeld, Stadtgeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes e.V., Mainz.

Die Teilnahme am Seminar setzt den Besuch eines Erste-Hilfe Kurses voraus, der unter Leitung des Malteser Hilfsdienstes e.V., Mainz ebenfalls an der Hochschule absolviert werden kann. Im Seminar Notfallintervention lernen die Studierenden darauf aufbauend,
beispielsweise Vitalparameter - wie Blutdruck und Atemfrequenz – zu messen und diese anhand verschiedener Krankheitsbilder zu interpretieren.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen. „In diesem Bereich sollen insbesondere die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden, um Erkrankungen zu erkennen, Verhaltensweisen einschätzen zu können und eine hilfreiche Umgangsweise zu finden“, erklärt Andreas Trog, Ausbildungsleiter des Malteser Hilfsdienstes e.V., Mainz. Für die Zusatzqualifikation Notfallintervention sei der Bezug zum beruflichen und privaten Alltag sowie ausreichend Raum für praktische Übungen besonders wichtig, ergänzt Trog. „Ziel ist es, den Studierenden ein vertieftes Verständnis von Notsituationen zu vermitteln, was letztlich erst einen besseren Umgang mit solchen Situationen ermöglicht. Dazu zählt auch das Verständnis der Personen, die von einer Notlage betroffen sind. Es geht darum, Menschen für Menschen fit zu machen“, betont Andreas Trog.

Am Ende der zwei Semester steht für die Studierenden eine schriftliche und praktische Prüfung an. Der erfolgreiche Abschluss der Zusatzqualifikation beinhaltet die Ausbildung zum Sanitätshelfer. Das Gelernte sollen die Studierenden dann auch praktisch erproben können. Daher sieht das Seminarkonzept die Möglichkeit vor, den Sanitätsdienst der Malteser bei Einsätzen zu begleiten. Im Januar endet das zweite Semester der Zusatzqualifikation Notfallintervention und damit steht auch schon bald ein Großeinsatz vor der Tür, bei dem die frischgebackenen Sanitätshelfer/-innen die erworbenen Fähigkeiten vor Ort einbringen können: Rosenmontagsumzug in Mainz.