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Forschungsdatenmanagement

Verantwortungsvoll und effizient Forschungsdaten managen

Der Begriff des Forschungsdatenmanagements (FDM) umfasst sämtliche Aufgaben, die sich aus dem sog. Lebenszyklus von Daten ergeben: von der Datenerhebung in einem Forschungsprojekt über die Datenbearbeitung bzw. -analyse bis hin zur Archivierung der Forschungsdaten in dafür vorgesehenen hochschulischen Dateninfrastrukturen oder (fach-) spezifischen Repositorien:

  • Planung der Datenerhebung,
  • Erhebung und Analyse der Daten,
  • Dokumentation der Daten (Metadaten),
  • rechtssichere und forschungsethisch unbedenkliche Verwendung von Forschungsdaten,
  • Archivierung der generierten Daten,
  • nachhaltige Nutzbarmachung der Daten für nachfolgende Generationen von Forscherinnen und Forschern.

Die KH Mainz hat in ihren Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten einen Orientierungsrahmen für das Forschungsdatenmanagement gesetzt.

FDM-Schulungsangebote

20. Juni 2024
09:00
4.004

Weitere Infos zum Forschungsdatenmanagement

Das Verbundprojekt FDM@HAW.rlp ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt von acht Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Rheinland-Pfalz. 

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung und Quantität digitaler Forschungsdaten zielt es darauf ab, einheitliche Standards sowie gemeinsame Infrastrukturen und Beratungsangebote für das Management von Forschungsdaten (FDM) an den HAW zu etablieren. Dabei soll auch an bereits bestehende Strukturen an Universitäten in Rheinland-Pfalz (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, TU Kaiserslautern, Universität Trier) angeknüpft werden. Zudem soll eine Vernetzung mit bereits bestehenden regionalen und überregionalen Initiativen zum FDM hergestellt werden. Bis zum Herbst 2025 sollen an den beteiligten Hochschulen Bestands- und Bedarfsanalysen durchgeführt werden, welche die Basis für die nachfolgende Etablierung nachhaltiger und qualitätsgesicherter Forschungsdateninfrastrukturen sowie Beratungsangebote für Forschende bilden. Ein weiterer Bestandteil der Projektarbeit ist die Sensibilisierung der Forschenden an den HAW für das Thema FDM sowie der Auf- und Ausbau entsprechender Kompetenzen in diesem Bereich.

Eine wichtige Orientierungshilfe zum Thema Forschungsdatenmanagement speziell in den Sozialwissenschaften bietet der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellt außerdem eine Checkliste zum Umgang mit Forschungsdaten zur Verfügung.

Nationale und internationale Drittmittelgeber erwarten zunehmend die Vorlage von sogenannten Datenmanagementplänen (DMP) schon bei der Beantragung von Forschungsprojekten. Die inhaltlichen Erwartungen an diese Pläne können sich fachlich bedingt zwar unterscheiden. Allen gemein sind aber folgende Zielsetzungen:

  • die Gewährleistung der Datenqualität,
  • die Nachvollziehbarkeit der Forschungsergebnisse und ihre prinzipielle Replizierbarkeit (Überprüfbarkeit),
  • die Nachnutzbarkeit der Daten in anderen, neuen Forschungskontexten.

Wichtige Handreichungen zum Thema bietet außerdem der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbund FDB, ein Zusammenschluss aus Forschungsdatenzentren. Der Verbund FDB hat sich den Aufbau einer Forschungsdateninfrastruktur und die Bereitstellung von Dienstleistungen für die empirische Bildungsforschung in Deutschland zum Ziel gesetzt. 

Weitere Informationen unter: https://www.forschungsdaten-bildung.de/ueber-verbund?la=de

Checkliste zur Erstellung eines Datenmanagementplans in der empirischen Bildungsforschung

Handreichungen zum Umgang mit Forschungsdaten unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten bieten der Rat für Informationsinfrastrukturen (RFII) sowie der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). Es wird dringend empfohlen, diese bereits bei der Planung eines Forschungsvorhabens zu beachten, da die Verantwortung für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen letztlich bei den Projektleitern/innen eines Forschungsvorhabens liegt.

Holen Sie vor der Datenerhebung bzw. Durchführung von Interviews/Befragungen in jedem Fall sog. informierte Einwilligungen schriftlich von den Probandinnen und Probanden ein. Näheres dazu sowie einige Formulierungsbeispiele finden Sie unter:

Die Katholische Hochschule Mainz hat zwei Communities auf dem europäischen Repositorium Zenodo eingerichtet, in denen sowohl Mitarbeitende als auch Studierende der KH Mainz ihre Forschungsdaten und Forschungsergebnisse sowie hervorragende Abschlussarbeiten dauerhaft und kostenfrei archivieren und publizieren können.

ZENODO Community OA-Repositorium KH Mainz

In der Zenodo Community OA-Repositorium KH Mainz haben die Mitarbeitenden der Katholischen Hochschule Mainz die Möglichkeit, Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken (als Zweitveröffentlichung), Berichte, Forschungsdaten, Vorträge, Foliensätze, solange dem keine rechtlichen Hindernisse im Wege stehen, kostenfrei zu publizieren.

ZENODO Community Abschlussarbeiten KH Mainz

In der Zenodo Community Abschlussarbeiten KH Mainz können Bachelor- und Masterarbeiten Studierender der KH Mainz mit einer Abschlussarbeitsnote zwischen 1,0 und 1,3 publiziert und archiviert werden.

Wie veröffentliche ich einen Beitrag auf ZENODO?

Den Prozess zur Aufnahme Ihrer Beiträge in die Community haben wir in einer Handreichung für Sie zusammengefasst. Die verpflichtende Einwilligungserklärung zur Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten einschließlich der zu Ihrer Publikation gehörenden Metadaten finden Sie hier.

Die Inhalte werden von den Urheberinnen und Urhebern selbst hochgeladen, lizenziert und unter ihrem Namen veröffentlicht. Es ist zu beachten, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Verantwortung der Uploader liegen und dass die erhobenen Daten aller Forschungsteilnehmenden im Vorfeld zu anonymisieren sind.

Bei Fragen und Anmerkungen zur Aufnahme Ihres Beitrages erreichen Sie die Administratorin Community unter darina.schiliro(at)kh-mz.de

Über ZENODO

Zenodo ist ein großes europäisches Repositorium, betrieben von CERN und konzipiert im Rahmen des OpenAIRE-Programms der Europäischen Union. Es dient als Online-Speicherdienst für elektronische Dokumente aller Art und ermöglicht deren dauerhafte Veröffentlichung und Archivierung. Neben Forschungsdaten können hier zum Beispiel auch Vortragsfolien, Software-Codes und Dokumentationen, Aufsätze oder Projektberichte abgelegt werden. Alle archivierten oder publizierten Dokumente erhalten einen Digital Object Identifier (DOI). Grundsätzlich beschränkt Zenodo die Größe von Datensätzen auf 50 GB und die Nutzung ist bis zu dieser Größe kostenlos. Bei größeren Dateien bietet es sich an, direkt bei Zenodo anzufragen.

Digitale Objekte können unter verschiedenen Lizenzen publiziert und archiviert werden. Die Urheberinnen und Urheber wählen die gewünschte Zugangsberechtigung aus: Publizierte Dateien sind öffentlich zugänglich, archivierte Dateien (unter "restricted" oder "closed access") sind nur für Berechtigte oder auf Anfrage zugänglich. In jedem Fall sind die Metadaten weltweit frei unter einer Creative Commons CC0-Lizenz verfügbar, da Zenodo kein "dunkles Archiv" ist. Ebenso ist Zenodo kein Cloud-Dienst und daher nicht für die vorläufige Speicherung und Bearbeitung von Dateien geeignet. Da den Dokumenten eine DOI zugewiesen wird, ist die Bearbeitung und/oder Löschung von Datensätzen nur eingeschränkt möglich.

Alle digitalen Objekte werden in CERN-Datenzentren gespeichert, hauptsächlich in Genf, mit Repliken in Budapest. Elemente werden für die Lebensdauer des Repositoriums aufbewahrt. Im Falle einer Schließung des Repositoriums werden alle Anstrengungen unternommen, um sämtliche Inhalte in geeignete alternative institutionelle und/oder fachbezogene Repositorien zu überführen. Zenodo wird durch die Europäische Kommission (OpenAIRE-Projekte), CERN, US National Institutes of Health (NIH), Arcadia-Fonds, Alfred P. Sloan-Stiftung und Spenden über CERN & Society Foundation gefördert.

Die Nutzungsbedingungen von Zenodo sind hier abrufbar. Zu den Datenschutzinformationen von Zenodo gelangen Sie hier

Planen Sie bereits bei der Beantragung von Forschungsprojekten die möglichen Kosten für die Archivierung und/oder Nachnutzung Ihrer Forschungsdaten mit ein.

  • Eine Übersicht von Datenrepositorien, die möglicherweise auch Daten zu Ihrem Forschungsgebiet öffentlich zur Verfügung stellen, finden Sie unter: re3data.org
  • Ein Repositorium zur Sicherung qualitativer Daten aus dem Bereich der Gesundheits- und Pflegewissenschaften sowie der Sozialwissenschaften finden Sie bei Qualiservice Forschungsdatenzentrum für sozialwissenschaftliche Forschungsdaten (gegen Gebühr). 
  • Quantitative Daten können Sie (ebenfalls kostenpflichtig) beim Mannheimer Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften GESIS sichern.

ORCID (Open Researcher and Contributer ID) ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die eine dauerhafte digitale Autorenidentifikation ermöglicht. Durch Vergabe einer eindeutigen Kennung in Form einer ORCID-ID wird eine direkte Verknüpfung zwischen Forscher*innen und deren Publikationen, Forschungstätigkeiten, Auszeichnungen, Forschungsdaten usw. möglich.

In nur wenigen Schritten können Sie eine eigene ORCID-ID erstellen und diese mit Ihren analogen und digitalen Publikationen verknüpfen. Sie entscheiden jeweils individuell, wer diese Informationen einsehen kann.

Ausführliche Informationen über ORCID sowie die Anleitung zum Erstellen einer eigenen ORCID-ID finden Sie hier.

Kontakt

Darina Schilirò

Darina Schilirò

FDM-Scout