Zu sehen ist der Haupteingang der Katholischen Hochschule Mainz. Das Gebäude ist rot. Im Vordergrund steht ein blühender Kirschbaum.

Bereichernde Ergebnisse für Inklusionsberatung

Soziale Arbeit

Masterstudierende der Sozialen Arbeit forschen in Kooperation mit der EAA - Fachberatung Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber (Vital Alzey e.V.) zum Thema Barrieren und Chancen der Inklusion.

Wie sieht die Arbeitgeberperspektive zur Inklusion von Menschen mit Behinderung aus? In Kooperation mit der EAA - Fachberatung Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber (Vital Alzey e.V.) sind Lara Herdegen, Jana Kwiecinski, Pauline Schneller und Hajar Yamado dieser Forschungsfrage nachgegangen, um Barrieren und Chancen für die Inklusion behinderter Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt aufzudecken. Die vier jungen Frauen studieren im Masterstudiengang Soziale Arbeit–Beratung und Case Management an der KH Mainz. Fester Bestandteil des Studiengangs ist ein zweisemestriges Praxisforschungsprojekt, das in Kooperation mit Einrichtungen und Diensten der Sozialen Arbeit umgesetzt wird.

Im Landkreis Mainz-Bingen sowie in der Stadt Mainz führten die Studierenden qualitative Interviews und eine quantitative Online-Befragung durch, um die Perspektiven kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie öffentlicher Verwaltungen hinsichtlich der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu erfassen.

Wertvolle Zusammenarbeit und bereichernde Ergebnisse

„Besonders wertvoll war die analytische Herangehensweise der Studierenden an ein komplexes Thema wie Inklusion. Sie zeigten ein gutes Gespür für die Relevanz von Praxisfragen, kombinierten theoretisches Wissen mit methodischer Sorgfalt und erarbeiteten fundierte Ergebnisse, die für unsere tägliche Arbeit bereichernd sind“, unterstreicht Jil Haberstig, Fachberaterin der EAA. Die hohe Motivation und Eigeninitiative der Studierenden habe sie sehr beeindruckt. Ihr Kollege Andreas Hettich ergänzt: „Es herrschte eine offene, engagierte Atmosphäre und es wurde sich intensiv mit der Praxis auseinandergesetzt, um unsere Perspektive als EAA in die wissenschaftliche Arbeit einzubeziehen.“

Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der EAA hätten sie und ihre Kommilitoninnen als sehr wertschätzend und unterstützend erlebt, erzählen Lara Herdegen und Jana Kwiecinski. „Uns allen hat das Projekt für den beruflichen Kontext einen hohen Mehrwert gebracht, da wir das Thema Inklusion nun noch einmal mit einem deutlich sensibleren Blickwinkel betrachten.“ Es sei überraschend gewesen, dass Inklusion für viele nach wie vor ein Fremdwort sei, berichten die Studierenden. Die Möglichkeit theoretische Studieninhalte aus dem Bereich der Sozialforschung auf eine konkrete Fragestellung aus der Praxis anzuwenden, sei eine große Bereicherung gewesen, ergänzen Pauline Schneller und Hajar Yamado. „Außerdem konnten wir unsere kommunikativen Fähigkeiten verbessern und unsere organisatorischen Kenntnisse ausbauen. Als besondere Momente stellten sich die qualitativen Interviews heraus. Hier waren alle Interviewpartner*innen sehr interessiert und es kamen großartige Gespräche zustande.“

Beratungs- und Unterstützungsangebot weiterentwickeln

Die Ergebnisse der Studierenden hätten zentrale Herausforderungen auf Seiten der Arbeitgeber deutlich gemacht, erläutert Andreas Hettich. Vor allem bestünden Unsicherheiten in Bezug auf mögliche Ausfallzeiten, Zweifel an der Qualifikation von Bewerber*innen mit Behinderung sowie Unsicherheiten zur Gestaltung inklusiver Arbeitsplätze. „Für unsere Arbeit bedeutet das: Es braucht weiterhin Aufklärung, Sensibilisierung und individuelle Beratung – insbesondere zu Behinderungsbildern, Fördermöglichkeiten und praktischen Umsetzungsbeispielen. Die Ergebnisse fließen daher direkt in unsere Praxis ein, etwa durch die gezielte Weiterentwicklung unserer Marketingmaßnahmen und Beratungskonzepte“, erklärt Jil Haberstig.

Wichtige Stimmen für die Soziale Arbeit

Die Ergebnisse ihres Praxisforschungsprojekts konnten die Studierenden zum Ende des letzten Mastersemesters an der Hochschule präsentieren. Jil Haberstig und Andreas Hettich würden sich freuen, wenn sich der nun kommende Berufsweg der künftigen Kolleginnen mit der Arbeit der EAA erneut kreuzen würde. „Das Engagement, die Offenheit und das ernsthafte Interesse an echter Teilhabe haben uns gezeigt: Die Soziale Arbeit gewinnt mit diesen vier jungen Frauen wichtige Stimmen dazu. Ich wünsche Ihnen: Bleiben Sie mutig, neugierig und nah dran an den Menschen. Bringen Sie Ihre Ideen ein, stellen Sie Fragen, gehen Sie neue Wege – auch dann, wenn es unbequem wird. Inklusion lebt davon, dass jemand genauer hinsieht, Brücken baut und Perspektiven verändert“, betont Jil Haberstig.