Zu sehen ist der Haupteingang der Katholischen Hochschule Mainz. Das Gebäude ist rot. Im Vordergrund steht ein blühender Kirschbaum.

Beziehung ist (k)ein Extra?!

Soziale Arbeit

Inhalte, Methoden und Fragen professioneller Beziehungsgestaltung standen im Mittelpunkt des diesjährigen Fachtags des Praxisreferats Soziale Arbeit am 03.06.2026.

„Soziale Arbeit wirkt durch Beziehung und ist wesentlich als Beziehungsprofession zu verstehen. Bereits in der Praxisphase des Studiums ist die Auseinandersetzung mit inhaltlichen und methodischen Aspekten der Beziehungsgestaltung ein ganz wesentlicher Aspekt – und bleibt es letztlich das gesamte Berufsleben“, erläutern die Mitarbeiter*innen des Praxisreferats Soziale Arbeit, Petra Schorr-Medler, Alexander Kolling und Helga Müller, die Wahl des diesjährigen Themenschwerpunkts.  

Der Fachtag biete den teilnehmenden Studierenden des vierten Semesters Soziale Arbeit, Praxisanleiter*innen und Fachkräften die Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen, Erfahrungen zu reflektieren und die eigene Handlungskompetenz weiterzuentwickeln. „Es ist beeindruckend, so viele verdiente, erfahrene und noch nicht ganz so erfahrene Kolleg*innen heute an der Hochschule zu sehen - viele, die selbst auch hier studiert haben“, unterstrich Dekanin Prof.in Dr. Kira Nierobisch in ihrer Begrüßung. Die Fragen nach Kommunikation, Beziehungsgestaltung, nach Nähe und Distanz und der immer wieder erforderlichen Reflexion des Handels seien für den professionellen Alltag in der Sozialen Arbeit bestimmend. „Dabei zeigt sich eine große Varianz von Beziehungsarten – zu den Klient*innen, den Kolleg*innen, den Teams in den eigenen Einrichtungen, Vorgesetzten, Mitarbeiter*innen anderer Träger oder Institutionen. All diese Beziehungen wollen situativ und fachlich angemessen gestaltet werden. Dazu braucht es unser Fach- und Erfahrungswissens sowie den professionellen Austausch“, betonte Kira Nierobisch.  

Aktivierende Moderation und inspirierender Input

Die aktivierende Moderation durch Theaterpädagogin Anna Stoß brachte die Teilnehmenden gleich zu Beginn des Tages mit kleinen Übungen in Bewegung und Begegnung. „Wir freuen uns sehr, dieses Moderationskonzept heute anbieten zu können, um den Austausch auf etwas ungewohnte Weise anzuregen und fachliche Perspektiven zusammenzubringen“, erklärt Petra Schorr-Medler.  

In ihrer Keynote stellte Kira Nierobisch Ebenen und Aspekte der professionellen Beziehungsgestaltung da. Einen Fokus legte sie hierbei auch auf die aktuell für viele Menschen zunehmende Bedeutung sogenannter quasisozialer Beziehungen mit KI-Anwendungen und deren Auswirkungen im Kontext der Sozialen Arbeit. Die anschließende Fishbowl-Talkrunde nutzten Studierende und Fachkräfte zur vertieften Diskussion der theoretischen Inhalte sowie zum praktischen Erfahrungsaustausch.

Hochschule und Praxispartner in Kooperation  

Der Fachtag ist an der KH Mainz bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil des Sommersemesters. „Das Studium der Sozialen Arbeit an der KH Mainz ist sehr praxisorientiert ausgerichtet und beinhaltet eine siebenmonatige Praxisphase, die durch das Praxisreferat intensiv begleitet wird“, erläutert Alexander Kolling. „Hochschule und Praxispartner arbeiten eng zusammen und tragen eine gemeinsame Verantwortung für die Qualifizierung der künftigen Kolleginnen und Kollegen. Formate wie der Fachtag machen Theorie und Praxis für Studierende und Fachkräfte als zwei Seiten einer Medaille erlebbar und fördern einen regelmäßigen Austausch zwischen allen Beteiligten“, ergänzt Helga Müller.