Zu sehen ist der Haupteingang der Katholischen Hochschule Mainz. Das Gebäude ist rot. Im Vordergrund steht ein blühender Kirschbaum.

Zuhören und helfen

Studium

Zweite Projektgruppe des Fundraising-Seminars im Fachbereich Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften organisiert Wohnzimmerspende für upstairs, der mobilen Anlaufstelle für junge Menschen in Not.

upstairs ist eine spendenfinanzierte Anlauf- und Kontaktstelle für junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren in Not. upstairs leistet unbürokratische Hilfe und Unterstützung. Außerdem sorgt upstairs für die Grundversorgung und ist 365 Tage im Jahr über eine kostenlose Hotline rund um die Uhr erreichbar. Die Projektgruppe um Michelle Lisa Porawski, Leon Breder, Chahrazade Ajaoun und Isabel Dinges organsisiert die Wohnzimmerspende am 2 Dezember im Rahmen des Giving Tuesday. 

Hier erzählen die Studierenden, warum sie sich für upstairs entschieden haben.

Bunt und voller Wärme

Im Rahmen unseres Hochschulprojekts der Katholischen Hochschule Mainz haben wir uns für upstairs entschieden. Das bunte Wohnmobil entdeckten wir damals aus Zufall. Auf einer großen Wiese in Wiesbaden, mit ein paar Klappstühle davor - manchmal Jugendliche drumherum, manchmal ganz still. Wir sind oft vorbeigegangen – haben kurz hingeschaut, vielleicht kurz gestaunt – aber nie gefragt. Was ist das eigentlich? Wer steckt dahinter? Eines Tages haben wir angehalten. Das Wohnmobil ist von upstairs– einem Angebot der EVIM gGmbH Jugendhilfe. Was von außen bunt und fast ein bisschen verspielt wirkt, ist ein Ort voller Wärme, Hoffnung und Menschlichkeit. Hier finden junge Menschen Hilfe, wenn sie kein Zuhause mehr haben oder nicht wissen, wo sie die nächste Nacht verbringen sollen. Hier ist es gemütlich. Jemand ist da, der zuhört. Es gibt Schlafsäcke und Zelte, wenn man draußen übernachten muss, aber auch Kleidung, warme Mahlzeiten, Fahrkarten und gemeinsame Wocheneinkäufe. Jeder junge Mensch bestimmt selbst wo es hingeht und was er braucht. upstairs ist es wichtig, die Würde und den Respekt jedes Jugendlichen zu wahren.
Die Wände sind voller kleiner  Postkarten – voller Mutmach-Worte, kleiner Botschaften, die sagen: Du bist nicht allein. Oder auch lustige Sprüche um die Stimmung aufzulockern.  Seitdem wir upstairs wirklich kennengelernt haben, hat sich unser Blick verändert. Dieses Wohnmobil bedeutet mehr als nur ein Raum auf vier Rädern. Er ist ein Ort für Vertrauen und Hoffnung. Ein Neuanfang nach schwierigen Zeiten. 

Wir sammeln Spenden für upstairs – damit Gespräche geführt werden können, warme Mahlzeiten bezahlt und Hoffnung weitergegeben werden kann. Hilf mit. Für Wärme. Für Würde. Für upstairs.

Offen sein, den Einzelnen sehen 

Bei einem weiteren Besuch durften wir einen ganzen Tag bei upstairs miterleben. Dieses Mal nicht nur von außen, sondern mittendrin – zwischen Alltag und außergewöhnlichen Geschichten. Wir haben mit den jungen Menschen gesprochen, die hier Zuflucht finden. Sie erzählen von schwierigen Situationen zu Hause, von Unsicherheiten, die sie täglich erleben. Doch genauso sprachen sie von Dankbarkeit – darüber, dass es einen Ort wie upstairs gibt. Einen Ort, an dem sie nicht bewertet werden, sondern einfach sein dürfen und jemand ein offenes Ohr für sie hat. Besonders beeindruckt hat uns, wie selbstverständlich die Mitarbeitenden den jungen Menschen begegnen. Kein erhobener Zeigefinger, sondern echte Offenheit. Hier wird nicht nur organisiert, hier wird zugehört, gelacht, gemeinsam gegessen oder einfach geschwiegen, wenn Worte gerade zu schwer sind. Mit der Zeit haben wir mitbekommen, dass upstairs nicht nur heißt am Bus zu sitzen und Gespräche zu führen, sondern auch die jungen Menschen individuell zu begleiten, um sie emotional zu unterstützen.  Sachen wie Fahrkarten, Hotelübernachtungen oder Winterausrüstung für die kalten Tage draußen sind hier essenziell, um den jungen Menschen in ein besseres Leben zu verhelfen. Die jungen Menschen sagen uns: „Hier habe ich das Gefühl, dass ich wichtig bin.“ oder „Wenn ich hierherkomme, kann ich einfach durchatmen.“ Solche Sätze bleiben im Herzen. Sie zeigen, wie wertvoll ein solcher Raum ist – gerade dann, wenn das Leben kompliziert und unübersichtlich wird.
Unser Tag bei upstairs hat uns noch einmal deutlich gemacht: Dieses Projekt schenkt nicht nur Hilfe, sondern auch Würde. Es gibt den Jugendlichen die Chance, sich gesehen und angenommen zu fühlen – und genau das macht den Unterschied. Damit das so bleibt, braucht upstairs Unterstützung. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft, dass dieses Wohnmobil weiter Hoffnung schenken kann: mit einem warmen Schlafsack, einem offenen Ohr oder einer warmen Mahlzeit , zu einem wichtigen Termin zu begleiten um nicht alleine sein zu müssen.

Ein Raum zum Durchatmen - und für einen Neuanfang

Nach unserem Tag bei upstairs haben wir vieles mitgenommen – Eindrücke, Begegnungen, Sätze, die hängen bleiben. Wir haben gespürt, dass hier nicht nur Hilfe geleistet wird, sondern Vertrauen wächst. Es war bewegend zu sehen, wie selbstverständlich die jungen Menschen das Wohnmobil betreten – fast so, als würden sie für einen Moment eine schwere Last ablegen. Manche bleiben nur kurz für ein Gespräch, andere länger, um ein bisschen Ruhe zu finden. Ein Ort, der nicht fragt, sondern da ist. Wir haben gemerkt, wie wichtig dieser Raum ist. Für viele junge Menschen bedeutet upstairs: durchatmen, lachen und Hoffnung schöpfen. Eine Mitarbeiterin sagte uns: „Manchmal reicht schon ein warmes Getränk und ein ehrliches Gespräch, um den Unterschied zu machen.“ Genau das ist upstairs : kleine Gesten, die Großes bewirken. Doch all das ist nur möglich, weil Menschen bereit sind, das Projekt zu unterstützen. Jede Spende sorgt dafür, dass auch morgen noch ein Schlafsack ausgegeben, ein Gespräch geführt oder es einfach einem Platz gibt , an dem man nicht allein ist. Darum möchten wir euch herzlich einladen: Am 02.12. veranstalten wir einen Online-Spendenabend für upstairs. An diesem Abend wollen wir erzählen, was wir erlebt haben, Einblicke geben und gemeinsam zeigen, wie wertvoll dieses Wohnmobil  ist.
Lasst uns gemeinsam Wärme und Hoffnung weitergeben. Für upstairs. Für die Jugendlichen. Für einen Neuanfang.

Was ist der Giving Tuesday?

Der Giving Tuesday ist der weltweite Tag des Gebens. Er wird jedes Jahr am ersten Dienstag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving gefeiert. An diesem Tag werden Menschen, Organisationen und Unternehmen dazu ermutigt, Gutes zu tun, zu spenden und sich zu engagieren. In Deutschland nehmen über 2000 Organisationen am Giving Tuesday teil. 

So funktioniert die Wohnzimmerspende

Die Wohnzimmerspendenaktion findet live per Videokonferenz statt. Sie nehmen direkt aus Ihrem Wohnzimmer teil und erfahren von den Studierenden und in den Projekten Engagierten alles Wichtige rund um den Wünschewagen und upstairs. Die Spendenabwicklung läuft über die Plattform betterplace.

Zoom-Link zur Wohnzimmerspende

https://us06web.zoom.us/j/88094339118?pwd=7S4AIebSQ7pgTu4ZZDnPC7f6kdky84.1

Sie können am 2. Dezember nicht dabei sein? 

Über unseren ⇒ betterplace-Link können Sie jederzeit für die beiden Projekte spenden: KH Wohnzimmerspendenaktion von Katholische Hochschule Mainz: Unterstütze diese Spendenaktion

Weiterführende Links: