Zu sehen ist der Haupteingang der Katholischen Hochschule Mainz. Das Gebäude ist rot. Im Vordergrund steht ein blühender Kirschbaum.

„Die Zukunft braucht Menschen wie uns!“

Hochschule

Mit einer gemeinsamen Abschlussfeier aller Fachbereiche haben die Absolventinnen und Absolventen des Jahres 2026 ihren erfolgreichen Studienabschluss an der KH Mainz gefeiert.

Für rund 350 Bachelor- und Masterstudierende der Fachbereiche Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften, Praktische Theologie sowie Gesundheit und Pflege endete mit dem Wintersemester 2025/26 oder dem Sommersemester 2026 das Studium an der KH Mainz. Zur gemeinsamen Abschlussfeier waren am 24.07.2026 rund 800 Gäste in den Mainzer Dom gekommen. Die Ehrung der Bachelor- und Masterabsolventinnen durch die Hochschulleitung und die Vertreter*innen der Dekanate stand im Mittelpunkt der Feier, in die ein gemeinsamer Wortgottesdienst einstimmte.

In bewegten Zeiten Haltung zeigen

Den Gottesdienst hatten die Absolvent*innen in der Vorbereitung unter eine klare Aufforderung gestellt: In bewegten Zeiten Haltung zeigen. „Wir feiern heute gemeinsam – mit Stolz, mit Dankbarkeit und mit einem wachen Blick auf die Zeit, in der wir stehen. Es sind bewegte Zeiten. Viele von Ihnen haben ihr Studium in den Jahren der Pandemie begonnen. Es sind Zeiten, in denen Rechtsextremismus erstarkt, Kriege mitten in Europa Realität sind und Gesellschaft an vielen Stellen auseinanderdriftet“, beschrieb Prof.in Dr. Clarissa Vilain, die gemeinsam mit Absolventin Paulina Metzger den Gottesdienst leitete. Gerade deshalb sei es keine Selbstverständlichkeit für Zusammenhalt einzustehen und Haltung zu zeigen. Haltung bedeute, sich von anderen berühren zu lassen, hinzusehen und die Würde des Menschen nicht nur zu behaupten, sondern zu leben. „Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen, brechen auf in Berufe, in denen genau das gefragt ist: Menschen zu begleiten, zu pflegen, zu bilden, Trost zuzusprechen – gerade dann, wenn die Zeiten es nicht leicht machen“, betonte Clarissa Vilain. Der erfolgreiche Studienabschluss bilde die Basis, um diese vielfältigen Aufgaben in den verschiedenen Berufsfeldern des Sozial- und Gesundheitswesens sowie der Seelsorge sowohl auf höchstem fachlichem Niveau als auch mit einer klaren Haltung zu gestalten.  

Ein Lebensabschnitt, der den Blick weitet

„Sie beenden mit Ihrem Studienabschluss einen Abschnitt Ihres Lebens, der Sie geprägt und - wie Sie mir in persönlichen Gesprächen berichtet haben - häufig auch spürbar verändert hat“, sagte Rektor Prof. Dr. Christian Fröhling in seiner Ansprache zu Beginn der anschließenden akademischen Feier. Wesentlich für diese Veränderung sei sowohl die persönliche Auseinandersetzung mit Haltungen, Rollen und Rahmenbedingungen als auch die Fähigkeit, den Blick zu weiten und eine kritische Distanz einzunehmen. „Genau das haben Sie in Ihrem Studium immer wieder getan: Sie haben gelernt, Prägungen – die eigenen wie die anderer Menschen – zu erkennen, zu benennen und zu hinterfragen, statt sie als gegeben hinzunehmen. Und das nicht bloß als graue Theorie. Und Sie haben dabei immer wieder auf einen Grundsatz zurückgegriffen, der unsere Hochschule prägt: dass die Würde des Menschen keiner Rolle, keiner Leistung und keiner Herkunft untergeordnet ist – sondern all dem vorausgeht“, unterstrich Christian Fröhling. Mit seinen Glückwünschen verband er daher insbesondere den Wunsch an die Absolvent*innen, sich dieser erlernten Fähigkeiten auf ihrem künftigen beruflichen und persönlichen Weg immer wieder bewusst zu werden. Erst dies mache es möglich, an sich selbst, an einer Situation oder einer Institution etwas zu verändern, ohne dabei die Würde der Menschen aus dem Blick zu verlieren.

Das Studium verändert mehr als den Lebenslauf

Den Schlusspunkt der akademischen Feier setzten Karolina Schröder, Michelle Porawski und Johanna Schmitz. Stellvertretend für alle Kommiliton*innen ihrer jeweiligen Fachbereiche hielten sie die Ansprache der Absolvent*innen und waren sich im Rückblick auf die Studienzeit einig: Das Studium verändert mehr als den Lebenslauf. Es verändert den Blickwinkel, vermittelt Wissen, Erfahrung und Haltung und ermöglicht, an Herausforderungen und in der Begegnung mit anderen zu wachsen. „Der heutige Tag fühlt sich nicht wie ein Ende an. Denn wir halten nicht nur den Abschluss, sondern auch viele gemeinsame Erinnerungen, Inspiration und Freundschaft in den Händen“, betonten die drei Absolvent*innen. Für die Zukunft formulierten sie abschließend eine klare Botschaft: „Vergesst nie, warum wir diese Berufe gewählt haben, und bewahrt euch eure Haltung. Die Zukunft braucht Menschen wie uns!“

Im Anschluss an die akademische Feier waren die Gäste zu einem Sektempfang in der Domstraße eingeladen. Ein herzlicher Dank galt allen Mitarbeitenden und Studierenden, die an der Organisation, Durchführung und Gestaltung der Abschlussfeier mitgewirkt haben.