Zu sehen ist der Haupteingang der Katholischen Hochschule Mainz. Das Gebäude ist rot. Im Vordergrund steht ein blühender Kirschbaum.

Mit internationalen Lehrformaten neue Lösungen schaffen

International // Gesundheit und Pflege

Studierende und Lehrende der University of Southern Denmark (SDU) und der KH Mainz haben in Odense, Dänemark eine Woche lang an digitalen Lösungen für interkulturelle Herausforderungen im Gesundheitswesen gearbeitet.

Gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden aus Dänemark tüfteln, diskutieren und voneinander lernen – für eine Gruppe Studierender der Logopädie im Bachelor Gesundheit und Pflege und ihre Begleiterinnen, Prof.in Dr. Sabine Corsten und Maren Nickel, drehte sich Anfang Juni an der University of Southern Denmark (SDU) in Odense alles um die Entwicklung und Erprobung digitaler Lösungen im Gesundheitswesen und den interkulturellen Austausch.

Die Präsenzwoche in Odense ist Teil des Projekts KH Connects, mit dem internationale Lehrformate und Kompetenzen in der Zusammenarbeit mit internationalen Teams sowie der internationale Austausch in der Gesundheitsausbildung gefördert werden sollen. Die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen basiert auf bereits bestehenden Kontakten, etwa durch gemeinsame Konferenzen und Kooperationen in der Lehre.

Lösung für interkulturelle Herausforderungen im Gesundheitswesen 

„Inhaltlich stand die Entwicklung einer digitalen Lösung für interkulturelle Herausforderungen im Gesundheitswesen im Mittelpunkt. Konkret haben die Studierenden eine App entwickelt, die die Kommunikation zwischen Eltern und Logopäd*innen erleichtern und interkulturelle Hürden abbauen soll“, erläutert Sabine Corsten, Professorin für Logopädie an der KH Mainz. Die Grundlage hierfür bildete der Design-Thinking-Ansatz, bei dem die Studierenden schrittweise von der Problemdefinition über die Ideengenerierung bis hin zur Entwicklung und Erprobung eines Prototyps arbeiten

In digitalen Lehrveranstaltungen hatten die Studierenden im laufenden Sommersemester bereits gemeinsam mit ihren dänischen Kommiliton*innen erste Lösungen entwickelt, an denen während der Woche in Odense weiter intensiv gearbeitet wurde. Hierbei kam mit Lego Serious Play eine kreative Methode zum Einsatz, bei der Ideen und Problemstellungen durch das Bauen von Modellen dargestellt werden können, um komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen. „Nach einer Einführung und ersten Workshops haben die Studierenden ihre Prototypen insbesondere auf die praktische Erprobung mit Nutzer*innen, beispielsweise mit Eltern bilingualer Kinder, vorbereitet. Für die Weiterentwicklung ist dieses Feedback durch praktische Tests besonders wertvoll“, erklärt Sabine Corsten. Den Abschluss bildete die Präsentation des entwickelten Prototyps sowie eine gemeinsame Reflexion der Ergebnisse und Erfahrungen.

Internationale Hochschullehre als wichtige Bereicherung

„Durch die internationale Lehrveranstaltung und die Reise konnte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Neben dem Knüpfen internationaler Kontakte war das Team-Teaching eine tolle Gelegenheit, um von Kolleg*innen zu lernen. Besonders begeistert hat mich außerdem, wie motiviert und konstruktiv die Studierenden zusammengearbeitet haben“, berichtet Maren Nickel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt KH Connects. Nach ihren Eindrücken gefragt, begeistert die Studierenden insbesondere der kulturelle Austausch, das Ausprobieren neuer Lernmethoden und die Möglichkeit, über die durch Erasmus geförderte Reise in Lehre und Lernen anderer Länder eintauchen zu können. Auch für Sabine Corsten sind das Seminar und die Woche in Odense eine wichtige Bereicherung: „Aus meiner Sicht haben wir viel lernen können, zum Beispiel mit Blick auf die Flexibilität in der Planung und Durchführung der Lehre. Und natürlich lernen wir auch von den dänischen Kolleginnen im Team-Teaching. Außerdem konnten wir unser internationales Netzwerk weiter ausbauen, da eine Kollegin aus Brisbane vor Ort war, die auch Interesse an internationaler Lehre geäußert hat.“

Die Verantwortlichen der Hochschule möchten die internationale Hochschullehre an der KH Mainz auch in der Zukunft weiter stärken. „Wir haben bereits einen Förderantrag für ein Folgeprojekt gestellt, damit wir nächsten Sommer eine Summer School bei uns an der KH Mainz durchführen können“, berichtet Katrin Schneider, die am Institut für angewandte Forschung und internationale Beziehungen der KH Mainz das Projekt KH Connects betreut. Außerdem werden zum Projektabschluss in einem Workshop das Prinzip von Collaborative Online International Learning (COIL) und die Erfahrungen aus dem Lehrmodul im Bereich Gesundheit und Pflege den Lehrenden der KH vorgestellt, um noch mehr Kolleg*innen für internationale Lehrformate zu gewinnen.  

⇒ Weitere Informationen zum Projekt KH Connects