Über 23.000 Fachkräfte fehlten laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) 2023 in der Sozialen Arbeit. Damit sind Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Deutschland besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen. Diese Zahl stellte Kira Nierobisch, Dekanin des Fachbereichs Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften an der KH Mainz, in den Raum. Ein Raum, der anlässlich des Fachtags für Praxisanleitungen am 12. Juni gut gefüllt war mit genau diesen Fachkräften. Sie kommen aus den Praxisstellen, die mit der KH Mainz zusammenarbeiten, oder befinden sich gerade im Studium. Jährlich starten rund 155 Studierende ihr Bachelor-Studium Soziale Arbeit an der KH Mainz. Ca. 150 von ihnen gehen im Laufe des Studiums in die Praxisphase. Die Hochschule nimmt in Kooperation mit den Praxisstellen daher eine wichtige Rolle in der Qualifizierung von Fachkräften ein.
Fachtag bringt Fachkräfte zusammen
Der Fachtag an der KH Mainz bringt einmal im Jahr die Anleiter*innen der Praxisstellen, Studierende und Mitarbeitende der Hochschule in direkten Austausch. Organisiert wird er vom Praxisreferat Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften. Um Studierenden den Wechsel vom Lernort Hochschule an den Lernort Praxis zu erleichtern, sei professionelle Unterstützung wichtig: „Darum betreiben wir heute aktive Netzwerkarbeit an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis“, so Kira Nierobisch.
Studium mit hohem Praxisbezug
Wer an der KH Mainz studiert, studiert automatisch mit einem hohen Praxisbezug. Im fünften Semester gehen die Studierenden im Bachelor Soziale Arbeit für sieben Monate in die studienintegrierte Praxisphase. In dieser Zeit arbeiten sie sich intensiv in das von ihnen gewählte Praxisfeld (z.B. Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Stadtteilarbeit) ein und haben die Chance, ihr theoretisches Wissen anzuwenden. „Den Praxisanleitungen kommt dabei eine zentrale Rolle zu“, ist sich das Team des Praxisreferats einig: „Die Anleiter*innen unterstützen die Studierenden in ihrer Tätigkeit, vermitteln Fachwissen und beraten in herausfordernden Situationen.“ Ein guter Austausch und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Anleiter*innen und der Hochschule sei daher essenziell. Die Praxisphase ist eine der Grundlagen für die Vergabe der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter*in/Sozialpädagog*in – sozusagen das „Gütesiegel“ in der Sozialen Arbeit.
Der diesjährige Fachtag am 12. Juni fand positive Resonanz. Über 100 Teilnehmer*innen aus Praxis, Studium und Hochschule waren der Einladung des Praxisreferats gefolgt. Nach einem kurzen Input zur studienintegrierten Praxisphase und dem Studium an der KH Mainz ging es „Knall auf Fall zum Fall“. Prof. Dr. Jakob Will beschäftigte sich in einem Vortrag mit der Fallarbeit im Studium Sozialer Arbeit. In Workshops am Nachmittag hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich vertiefend mit Themen wie den Erwartungen, Rollen und Anforderungen von Praxisstellen und Hochschule zu beschäftigen.
Weitere Informationen zur Arbeit des Praxisreferates finden Sie hier.