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Neue Kanzlerin an der KH Mainz

© KH Mainz/Lerbs

Zum 01. September 2018 hat Dr. Yvonne Schuld ihre Tätigkeit an der KH Mainz aufgenommen. Wir stellen Ihnen die Kanzlerin der Hochschule in einem Kurzinterview vor. 


Frau Dr. Schuld, seit 01.09.2018 sind Sie als Kanzlerin an der KH Mainz tätig. Was sind die Aufgaben einer Kanzlerin an der Hochschule?

Eine Kanzlerin gibt es an der KH erstmals seit diesem Jahr. Meine Aufgaben lassen sich in drei große Bereiche gliedern:
Zum einen bin ich Teil der Hochschulleitung und Mitglied in verschiedenen Hochschulgremien. Zum anderen leite ich die Hochschulverwaltung. Mein Zuständigkeitsgebiet umfasst zum Beispiel das Rechnungswesen, Rechts- und Personalangelegenheiten sowie das Prüfungsamt. Hinzu kommen verschiedene Servicedienste, das Gebäudemanagement und das hochschuleigene Campus-Managementsystem. In all diesen Bereichen arbeiten derzeit über 20 Mitarbeiter, die mit viel Einsatz rund 1.400 Studierende und ca. 40 Lehrende betreuen. Mein drittes Aufgabengebiet betrifft das Haushaltswesen: Als Kanzlerin bin ich Beauftragte für den Haushalt. Das heißt, dass ich die Aufstellung und Überwachung von Haushalts- und Finanzplan verantworte und alle Maßnahmen von finanzieller Bedeutung begleite.

Wie Sie sehen: Das Aufgabengebiet einer Kanzlerin ist sehr vielseitig und abwechslungsreich, und kein Tag ist wie der andere.

Worin liegen für Sie persönlich die besonderen Herausforderungen einer Tätigkeit im Hochschulbereich?
Der Hochschulbereich entwickelt sich sehr dynamisch und bietet gerade in der Funktion als Kanzlerin viele Optionen und Gestaltungsmöglichkeiten. Lassen Sie mich hier zwei Aspekte herausgreifen:

Zum einen hat sich das Hochschulwesen in den vergangenen Jahren ganz erheblich verändert. Universitäten und Fachhochschulen stehen zunehmend im Wettbewerb mit privaten Anbietern. Sie müssen sich als Dienstleister begreifen und mit einem begrenzten finanziellen Budget passgenaue Studienangebote und ein attraktives Lehr- und Forschungsumfeld schaffen. Hierzu gehört zum Beispiel ein modernes Campus-Management mit einer guten IT-Struktur. Wichtig sind auch internationale Angebote, etwa Austauschprogramme oder fremdsprachige Lehrveranstaltungen. Bei all diesen Themen übernimmt die Verwaltung der KH oft wichtige Aufgaben oder ist sogar die zentrale Schnittstelle, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Als Kanzlerin wird es daher eine meiner Hauptaufgaben sein, die entsprechenden Strukturen und Prozesse so optimal wie möglich auszugestalten. Klar ist, dass dabei manche Dinge schneller als andere gehen werden. Schließlich gilt es, ganz unterschiedliche Erwartungen in Einklang zu bringen. Was mir dabei als Haushaltsbeauftragte natürlich besonders wichtig ist: Bei all unseren Vorhaben müssen wir immer auch die Grenzen unseres finanziellen Spielraums beachten.

Dies führt mich sogleich zu einem zweiten Punkt: Das Haushaltsvolumen der KH wird 2019 voraussichtlich über 10 Millionen Euro betragen und auch in den Folgejahren kontinuierlich steigen. Als Hochschule werden wir im engen Austausch mit den Trägerbistümern, dem Land Rheinland-Pfalz und unseren anderen Zuschussgebern analysieren müssen, wie die Finanzierung der KH dauerhaft gesichert werden kann. Für uns alle wird es eine ganz zentrale Aufgabe und Herausforderung sein, hier die nötige finanzielle Planungssicherheit zu schaffen und für eine auskömmliche Mittelausstattung zu sorgen.

Mit Blick auf die Zukunft: was sind Ihrer Ansicht nach zentrale Entwicklungsaufgaben bzw. Aspekte, um sich als kirchliche Hochschule auf dem Hochschulmarkt zu positionieren?
Die KH hat sich mit ihrem speziellen Studien- und Veranstaltungsangebot fest in der Hochschullandschaft etabliert. Statt anonymer Massenuniversität bieten wir kurze Wege und eine sehr individuelle Betreuung. Die Vernetzung mit caritativen, kirchlichen und staatlichen Einrichtungen ist ausgezeichnet. Außerdem leistet die KH durch ihr besonderes katholisches Profil über den eigentlichen Lehrauftrag hinaus einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und kann ganz bewusst Akzente setzen.

In der Zukunft sollten wir diese Kernkompetenzen und positiven Aspekte fortentwickeln. Ein ganz besonderes Anliegen ist uns, die KH weiter zu einem Kompetenzzentrum für das Querschnittsthema „Migration und Integration“ auszubauen. In diesem Zusammenhang wollen wir unsere Kooperationen und Allianzen mit nationalen und internationalen Partnerhochschulen vertiefen. Um unseren Service weiter zu verbessern, werden wir außerdem Alternativen im Bereich der Digitalisierung von Verwaltung und Lehre prüfen. Hier stehen wir auch schon im engen Austausch mit anderen Hochschulen.

Besonders spannend wird aus meiner Sicht zudem die Frage sein, wie die KH mit dem Wandel von typischen Berufsbildern und der zunehmenden Auflösung klassischer Bildungswege und -biographien umgeht. Auch die zunehmende Akademisierung im Gesundheits- und Sozialbereich könnte uns zusätzliche Chancen eröffnen. Hier müssen wir als Hochschule gemeinsam mit den Trägerbistümern innovative Ideen entwickeln und natürlich offen für Veränderungen sein. Wenn wir uns all diesen Themen jedoch selbstkritisch und zugleich selbstbewusst stellen, wird die KH auch in Zukunft eine sehr attraktive Bildungseinrichtung sein.

Wenn der Arbeitstag an der KH Mainz beendet ist, womit verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?

Am liebsten mit viel Bewegung in der freien Natur. Ich mache sehr viel Langstreckenlauf, fahre Rennrad und gehe Wandern. Zum Ausgleich entspanne ich mich dann aber auch gerne öfters mal in meiner Lieblingseisdiele oder einem schönen Café in der Mainzer Altstadt.

 

Zur Person:
Dr. Yvonne Schuld ist Wirtschaftsjuristin und Rechtsanwältin. Die 36jährige Mainzerin hat ihr Jura-Studium an der Universität Mainz absolviert und promovierte auf dem Gebiet Sporthaftungsrecht. Zudem absolvierte sie den Masterstudiengang Versicherungsrecht an der Universität Münster/W.

Vor Ihrer Tätigkeit an der KH Mainz arbeitete Dr. Yvonne Schuld neun Jahre bei einer großen kirchlichen Zusatzversorgungskasse in den Bereichen Versicherungs-, Bank- und Kapitalmarktrecht. Dort leitete sie unter anderem mehrere Jahre den Rechtsbereich sowie die Stabsstelle Finanzrecht. Zum 01.09.2018 hat Dr. Yvonne Schuld ihre Tätigkeit als Kanzlerin der KH Mainz aufgenommen. 

 

Das Gespräch mit Dr. Yvonne Schuld führte Christina Mauer