Schriftgröße A A A

Das EU-Bildungsprogramm Erasmus+

Erasmus+ ist das größte Bildungsprogramm der Europäischen Union und bietet unter anderem Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten an Hochschulen die Möglichkeit internationale Erfahrungen zu sammeln. Das Programm enthält drei Leitaktionen:

  • Leitaktion 1 – Lernmobilität von Einzelpersonen
  • Leitaktion 2 – Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren
  • Leitaktion 3 – Unterstützung politischer Reformen

Das Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kinder- und Jugendhilfe voranbringen.

Unter dem Dach des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ werden unter anderem folgende Mobilitätsmaßnahmen gefördert:

Weitere Informationen zu Erasmus+ finden Sie auf der Webseite der Europäischen Kommission.

 

Mit den Fördermitteln wird vor allem die Mobilität in Europa und seit 2015 auch mit anderen Teilen der Welt gestärkt. Einbezogen werden dabei Studierende in allen Studienzyklen bis einschließlich der Promotion, die ein Teilstudium oder Praktikum im Ausland absolvieren möchten. Erstmals können die Studierenden dabei im Bachelor, Master und Doktorat jeweils bis zu 12 Monate gefördert werden. Um den finanziellen Anreiz für einen Auslandsaufenthalt zu erhöhen, wird zudem der monatliche Mobilitätszuschuss für die Studierenden angehoben, insbesondere für Gastländer mit höheren Lebenshaltungskosten. Praktika im Ausland sind künftig auch nach Studienabschluss möglich. Schließlich bietet Erasmus+ Studierenden, die ein ganzes Master-Studium in Europa absolvieren möchten, die Möglichkeit, dafür ein zinsgünstiges Darlehen aufzunehmen.

Erasmus+ trägt zudem zur weiteren Internationalisierung der Hochschulen mit der Förderung von Kurzzeitdozenturen und Weiterbildungsaufenthalten für das Lehr- bzw. Verwaltungspersonal bei. Weiterhin können die Hochschulen Unternehmenspersonal aus dem Ausland zu Lehraufenthalten einladen und sich nun außerdem mit anderen europäischen Partnern (auch aus dem nicht-akademischen Bereich) an multilateralen Strategischen Partnerschaften beteiligen und gemeinsam innovative Projekte entwickeln (z. B. im Bereich der Curriculum-Entwicklung oder zu bildungsbereichsübergreifenden Themen). Für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bietet Erasmus+ Förderung in den neuen Wissensallianzen an. Hochschulen, die sich im Bereich des Kapazitätenaufbaus in Drittländern engagieren wollen, können dies in den internationalen Hochschulpartnerschaften des Programms tun.

Die Fördermittel für die meisten Mobilitätsmaßnahmen und die Strategischen Partnerschaften werden in den 34 Programmländern (27 EU-Länder, Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Türkei) von den Nationalen Agenturen vergeben. In Deutschland nimmt diese Aufgabe der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wahr.

Mit Erasmus+ International haben Sie nicht nur die Chance, innerhalb Europas unterwegs zu sein, Sie können auch an ausgewählten Partnerhochschulen außerhalb der EU studieren. Aktuell besteht eine Vereinbarung mit der Partnerhochschule Universidad Autónoma de Yucatán in Mexiko.

Im Rahmen der Programmlinie Mobilität mit Partnerländern ermöglicht das Erasmus+ Programm die akademische Zusammenarbeit weltweit. 

Jede Hochschuleinrichtung, die am EU-Programm Erasmus+ teilnehmen möchte, muss über eine gültige Erasmus Charta für die Hochschulbildung (ECHE) verfügen. Die ECHE wird von der Europäischen Kommission vergeben. Sie beweist, dass eine Hochschule alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am Erasmus+ Programm erfüllt.

Die KH Mainz verpflichtet sich, die Qualitätsstandards und Pflichten des Programms zu berücksichtigen.

Download Erasmus Charta für die Hochschulbildung 2014-2020 (ECHE)

Download Erasmus Charta für die Hochschulbildung 2021-2027 (ECHE)

Im Erasmus+ European Policy Statement (EPS) beschreibt die Katholische Hochschule Mainz ihre Internationalisierungsstrategie sowie die Strategie für die Organisation und Durchführung internationaler Kooperationsprojekte in der Lehre und Ausbildung mit Bezug auf Projekte, die durch das Erasmus+ Programm durchgeführt werden.  Darüber hinaus wird festgelegt, welche Auswirkungen auf die Modernisierung der Katholischen Hochschule Mainz bezüglich der politischen Ziele durch die Teilnahme am Erasmus+ Programm erwartet werden.

Download European Polivy Statement 2014-2020 (EPS)

Download European Policy Statement 2021-2027 (EPS)


Erasmus+ Programmgeneration 2021-2027

Das Erasmus+ Programm ist ein wichtiges Element zur Internationalisierung und Digitalisierung deutscher Hochschulen und darüber hinaus ein Symbol der europäischen Gemeinschaft und Werte.

Die EU-Kommission wünscht, mehr junge Menschen über eine EU-Bildungsförderung zu stärken und schlägt vor, das Budget deutlich zu erhöhen. So soll das jetzige Programm einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der europäischen Identität und zu einer demokratischen Union leisten. Außerdem soll die Attraktivität der EU als Studien- und Wissenschaftsstandort gesteigert werden. Gleichzeitig wird das neue Programm dazu beitragen, der europäischen Jugend mehr gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit zu ermöglichen. Ziel ist es, internationale Kompetenzen, die persönliche Entwicklung sowie die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden zu steigern. Im Wesentlichen kommen folgende Punkte hinzu: Unterstützung der automatischen Anerkennung von Leistungen und das Programm soll digitaler, inklusiver sowie umweltfreundlicher werden.

Die Digitalisierung bei Erasmus+ dient der Schaffung eines gemeinsamen, europäischen Bildungsraums. Auf die Programmverwaltung bezogen, werden mit der European Student Card Initiative (ESCI) verschiedene Einzelbausteine zusammengefasst, die an unterschiedlichen Punkten zur Herausbildung einer digitalen europäischen Gesellschaft beitragen, indem internationale Mobilität durch die Möglichkeiten der Digitalisierung für alle erfahrbar wird. Mit der Erasmus Charter for Higher Education (ECHE) haben sich die Hochschulen zur Umsetzung der ESCI verpflichtet, wenn die einzelnen Bausteine funktionsfähig sind. Ziel ist es, die Studierenden in die Lage zu versetzen, die gesamten administrativen Schritte ihrer Auslandsmobilität (von der Auswahl bis zur Anerkennung ihrer ECTS-Credits) zentral online zu verwalten und gleichzeitig einen leichteren Zugang zu einer breiten Palette von Dienstleistungen für Studierende - einschließlich Bibliotheken, Verpflegung und Unterkunft - zu ermöglichen, wenn sie sich auf einem Campus im Ausland befinden.

Einen detaillierten Überblick zu der European Student Card Initiative finden Sie hier.

Die Programmadministration an den Hochschulen wird digital, indem der Austausch von Dokumenten und Daten zwischen den Hochschulen künftig nicht mehr auf Papier, sondern digital über das Erasmus Without Paper Network (EWP) mittels Schnittstellen erfolgt.

Weitere Projekte und Einzelinitiativen, die die Hochschulen bei der Umsetzung der ESCI unterstützen, sind:

  • European Student Card – trägt zur Vereinfachung der studentischen Mobilität bei, indem die bestehenden Studierendenausweise als Identitätsnachweis und für die Nutzung von Hochschuleinrichtungen (Mensa, Bibliothek) erweitert werden. Die Immatrikulation vor Ort und weitere Bürokratie wird abgebaut.
  • MyAcademicID – es wird eine digitale Infrastruktur für einen sicheren und reibungslosen Datenaustausch zwischen Universitäten unterstützt. Dies geschieht durch die Entwicklung einer europäischen elektronischen Studierenden-ID (eID), um eine eindeutige Identifizierung von Studenten sicherzustellen.
  • Erasmus+ App – Gilt als „Single Point of Access“ für die Studierenden und ermöglicht die Kommunikation zwischen den Nutzer*innen, Koordination und Organisation der Erasmus+ Mobilität während und nach des Aufenthalts. Die App bietet wichtige Informationen, Step-by-Step-Anleitungen, Checklisten, Sprachlernangebote (OLS) sowie einen Guide für Events vor Ort.

Das Programm zielt darauf ab, die Sensibilisierung für Umwelt- und Klimaveränderungen der Erasmus+ Teilnehmenden zu unterstützen. Im Fokus dabei stehen die Themen Nachhaltigkeit, Klimawandel, Umweltschutz sowie der ökologische Fußabdruck, der durch die Mobilität der Teilnehmenden erzeugt wird. Dieser ökologische Fußabdruck soll durch Bewusstseinsbildung und Steigerung der Mobilitäten durch umweltfreundlichere Transportmittel (und auch durch finanzielle Anreize) verringert werden. Zusätzlich sollen die sogenannten „green skills“ gefördert werden. Diese spielen in einer nahhaltigen und ressourceneffizienten Gesellschaft und Wirtschaft eine große Rolle.

Ziel ist es, Erasmus+ in den European Green Deal zu integrieren. Dabei stehen z.B. folgende Maßnahmen zur Diskussion:

  • Entwicklung eines Instruments zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks
  • Förderung von Projekten, die Umweltthemen adressieren und/oder deren Arbeitsweise die Umweltbelastungen bewusst reduzieren sollen
  • Einbeziehung aller Akteure (Studierende, Nationale Agenturen und Universitäten) bei der Anwendung umweltfreundlicherer Vorgehensweisen (auch im Alltag)

Klar ist jedoch: Green Erasmus+ soll weder die physische Mobilität in Frage stellen noch Studierende von einer Partizipation ausschließen. Forschende sollen Anreize erhalten erfolgreich zu forschen und Flugemissionen zu reduzieren. Ein Beispiel hierfür ist der Zusammenschluss mehrerer universitärer und außeruniversitärer Forschungspartner im Bündnis flyingless.

Damit die Ziele des Green Deals erreicht werden können, bedarf es eines entsprechenden Einstellungswandels und der dazugehörenden Bildung und Sensibilisierung für Ressourcenverwendung.

Für die am Erasmus+ Programm teilnehmenden Hochschulen bedeutet dies, dass sie neben der Bewerbung und Unterstützung umweltfreundlicher Maßnahmen auch selbst Maßnahmen einführen, um die negativen Auswirkungen der Mobilität auf die Umwelt zu verringern. Die Europäische Kommission unterstützt daher zukünftig umweltfreundliches „grünes“ Reisen im Erasmus+ Programm mit finanziellen Zuschüssen aus Programmmitteln.

Wie einzelne Hochschulen Erasmus+ nachhaltig umgesetzt haben, steht hier.

Mit diesen Tipps können Sie die Umweltbelastungen beim Reisen in Grenzen halten:

  • Reiseziele in der Nähe bevorzugen
  • Bewusste Wahl des Transportmittels für An- und Abreise und vor Ort (Vermeidung von Flugreisen)
  • Umweltfreundliches Verhalten im Gastland nach dem Grundsatz: reduce, reuse, recycle, also: reduzieren, wiederverwenden oder recyclen  (z.B. Mülltrennung, sparsamer Umgang mit Energie und Wasser, Verzicht auf Einwegartikel, Nutzung regionaler, ökologisch produzierter Lebensmittel)
  • Rücksichtnahme auf sensible Lebensräume, Tiere und Pflanzen (z.B. Achtung des Biotop- und Pflanzenschutz

Die stärksten Umweltbelastungen resultieren aus An- und Abreise. Dabei spielt nicht nur die Entfernung, sondern auch die Wahl des Verkehrsmittels eine große Rolle. Umweltschädliche Emissionen können Sie auch einsparen, wenn Sie seltener ins Ausland fahren und dafür länger bleiben. Wenn sich Treibhausgas-Emissionen nicht vermeiden oder reduzieren lassen, können sie zumindest durch Klimaschutzprojekte kompensiert werden. Beispielprojekte finden sich im Umweltbundesamts-Ratgeber „Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“ (ab Seite 12). Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts können Sie die Emissionen zusätzlich selbst berechnen.

Ein Auslandsaufenthalt kann dazu beitragen einen anderen Blick auf die Auswirkungen des eigenen Lebensstils zu erhalten und Verhaltensänderungen für Konsumgewohnheiten zu ermöglichen.

https://www.kh-mz.de/typo3/#_msocom_1

 

Soziale Teilhabe und Chancengleichheit sind Leitthemen der Erasmus-Generation 2021-2027. Eine Teilnahme am Programm soll für jene attraktiv werden, die bislang aus sozialen Gründen darauf verzichtet haben. Hochschulen sind dazu aufgefordert und verpflichten sich mit der Erasmus Charter für die Hochschulbildung dazu, Teilnehmende mit potenziellen Hürden bestmöglich zu unterstützen.

Darunter zählen zum Beispiel:

  • Menschen mit einer Behinderung oder mit chronischen Erkrankungen
  • Studierende mit Kindern
  • Erstakademiker (oft in Kombination mit einem Migrationshintergrund)
  • Studierende, die aus eigenen Mitteln ihren Unterhalt bestreiten müssen und weitere sozio-ökonomische Gründe
  • Personen mit individuell oder systemisch begrenztem Zugang oder anderen sozialen Barrieren
  • Studierende bestimmter Fächergruppen

Im Deutschen meint der Begriff „Inklusion“ zumeist das gemeinsame schulische Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Der europäische Begriff ist im Sinne von ‚sozialer Teilhabe‘ deutlich weiter gefasst.

Die Stärkung der europäischen Identität und die Förderung der aktiven Beteiligung des Einzelnen sowie der Zivilgesellschaft an demokratischen Prozessen sind entscheidend für die Zukunft der Europäischen Union. Das Erasmus+ Programm der Generation 2021-2027 soll deshalb dazu beitragen, das Interesse der Menschen für die Europäische Union zu steigern und ihr Wissen darüber zu erweitern.

Ein wesentlicher Aspekt dessen ist die Schärfung des Bewusstseins von Bürgerinnen und Bürgern für europäische Belange. Denn obwohl sich 70% der Europäer*innen als Unionsbürger*innen fühlen, zeigen Eurobarometer-Umfragen, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben oder zögern, sich aktiv in politische Prozesse einzubringen oder sich am politischen Dialog zu beteiligen.

Viele junge Menschen haben die Ansicht, dass es eine stärkere Aufklärung über die Rechte und Pflichten und auch über den generellen Aufbau der Europäischen Union geben sollte.

Das Programm soll die Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben in Europa fördern, unter anderem durch die Unterstützung von Partizipationsprojekten für junge Menschen und von Aktivitäten, die zur politischen Bildung beitragen.

Die Ziele der Erasmus+ Teilhabe am demokratischen Leben sind:

  • Bewusstsein für die gemeinsamen europäischen Werte einschließlich der Grundrechte sowie für die europäische Geschichte und Kultur schärfen
  • Junge Menschen und Entscheidungsträger auf lokaler, nationaler und Unionsebene zusammenbringen
  • Zum europäischen Integrationsprozess beitragen

Die Mobilitäten und Projekte der Hochschulen im Erasmus+ Programm fördern im Kontext des lebenslangen Lernens die Entwicklung von sozialen und interkulturellen Kompetenzen, kritischem Denken sowie Medienkompetenz. Der Fokus liegt auf Projekten, die Möglichkeiten zur aktiven Bürgerbeteiligung im demokratischen Leben bieten und dabei die gemeinsamen Werte der EU, wie die Grundsätze von Einheit und Vielfalt sowie das soziale, kulturelle und historische Erbe, vermitteln.

Aktives Engagement kann beispielweise durch die Partizipation in europäischen Netzwerken stattfinden. Ein beispiel hierfür ist Generation Climate Europe (GCE), die größte Klimakoalition von jugendgeführten Netzwerken auf europäischer Ebene, die sich für ein stärkeres Handeln der EU in Klima- und Umweltfragen einsetzt. Hier ist die Homepage von GCE verlinkt.

Weitergehende Information und Beratung zu den Erasmus+ Mobilitätsmaßnahmen erhalten Sie beim

Deutschen Akademischen Austauschdienst
Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit
Kennedyallee 50
53115 Bonn
Tel.: +49(0)228/882-8877
Fax: +49(0)228/882-555
E-Mail: erasmus[at]daad(dot)de
Homepage: www.eu.daad.de